7 Gründe für Eddie

Der "Beverly Hills Cop" ist noch cooler, als du denkst

Hüpfen und springen, tanzen und singen – Comedy zu spielen, ist harte Arbeit. Umso beeindruckender, dass Eddie Murphy zu Zeiten von “Beverly Hills Cop” noch viel mehr Staub aufgewirbelt hat, als man bisher wusste.
Das ist nicht lustig: Schauspieler, die komische Rollen spielen, sind zwar oft erfolgreich und populär. Aber die ganz große Anerkennung ernten meist die, die am traurigsten guckend den Horizont anseufzen.
Daher an dieser Stelle ein Appell: Nehmt gefälligst die Leinwandkomiker ernst! Sie bringen auf Knopfdruck ihren inneren Bugs Bunny zum Hüpfen und riskieren dabei immer, sich zum Sackhasen zu machen. Also bitte!


Komm schon. Zeig’ ein bisschen Liebe.

Und DAS Paradebeispiel dazu ist Eddie Murphy. Mister Murphy ist nicht einfach das Afroduracellhäschen mit deutscher Eunuchen-Synchronstimme auf Pitch +8. Nein, Edward Regan Murphy ist ein Afroduracellhäschen mit noch immer hochachtungswürdigen Talenten.
Außerdem sind seine „Beverly Hills Cop“-Filme beste Unterhaltung und immer wieder sehenswert. Wem das nicht genug ist: Hier sind die 8 besten Gründe, warum wir noch mal ein bis drei Abende für Eddie reservieren sollten.

1# Weil einer ihn ja lieben muss, wenn die Oscar-Jury es nicht tut

Was Eddie Murphy seinen Kollegen voraushat: Beständigkeit (oder zumindest das Talent, zu alter Form zurückzufinden), Rollenvielfalt, Wandlungsfähigkeit – seit mittlerweile 32 Jahren. Er hat „Shrek“ seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, aber auch ein Schmuckstück wie „Mulan“ veredelt, ganz zu schweigen von seinen sieben (!) Rollen in „Der verrückte Professor“. In „Beverly Hills Cop“ und vor allem „Die Glücksritter“ hat er sich zu einem unvergesslichen Filmhelden empor gespielt. Einzige Anerkennung dafür?


Spoiler: Du hast genauso viele Oscars wie dieser Mann.

Eine Oscarnominierung für „Dreamgirls“. Zu mehr hatte sich die Jury nicht hinreißen lassen – wie bei so vielen großartigen Schauspielern. Zum Beispiel Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Harrison Ford, Liam Neeson oder Gary Oldman. Moment, eigentlich ist Eddie da in super Gesellschaft.

2# Weil das 30. Jubiläum von „Beverly Hills Cop“ verpflichtet

„Beverly Hills Cop“ feierte am 1. Dezember 1984 Uraufführung. Wann, wenn nicht zum 30. Jahrestag dieser schmissig-stimmigen Actionpolizeibuddykomödie soll man noch mal den Axel Foley auf den Bildschirm lassen? Zum 50.?


Hurra, unser Lieblingsfilm ist älter als die meisten BWL-Studenten!

Ja, wir fühlen uns jetzt auch alt. Und? Der Film heitert uns schon wieder auf!

3# Weil der Ohrwurm-Titelsong selbst Indie-Rockstars noch hinter dem Ofen hervorholt

Apropos aufmuntern: Die beliebteste Indie-Band unseres Planeten – Arcade Fire – hat vor drei Monaten bei einem Konzert in L.A. die Beverly-Hills-Cop-Titelmusik gecovert: „Axel F“.


Dop, Döp, Dob dödidöp Dop, dob, düp, dob dödidöp dop.

Fast sieben Minuten lang huldigten sie der Plastik-Funk-Hymne des deutschen Komponisten Harold Faltermeyer. Der Geist von Beverly Hills Cop scheint noch immer in Los Angeles zu leben.

4# Weil er uns für uns sogar einen „Son of Foley“ riskiert hätte


Er riskiert wirklich alles für uns.

Seit ein paar Wochen ist es raus: „Beverly Hills Cop“ Axel Foley kommt für ein viertes Mal auf die Kinoleinwand zurück. Noch bis letztes Jahr zierten sich die Produzenten, Eddie Murphy stieß auf taube Ohren mit einer Fortsetzung, wollte zuletzt selbst eine Fortsetzung starten, allerdings im Fernsehen und mit einer neuen Hauptfigur, die er als Son of Foley bezeichnete. Nun gab Paramount Pictures grünes Licht: Axel Foley macht weiter. Dauert aber noch bis 2016.

5# Weil er die Late Night gerettet hat

Vergessen wir nicht, Eddie Murphys Durchbruch waren seine Rollen, die er 1980 bei Saturday Night Live übernahm. Manche sind gar der Meinung, er hätte damals die sieche Comedy-Show vor dem Tod gerettet.
p=.
Oh ja Eddie, wir würden gerne die Nacht mit dir verbringen. Moment, was war die Frage?

Nun, die Magie hat gewirkt, Saturday Night Live gibt es noch immer, inzwischen 39 Jahre lang! Und wir hier? Warten noch immer auf eine erstklassige Late-Night-Show im deutschen Fernsehen. Eddie, könntest du vielleicht nochmal?

6# Weil er auch gegen Zensur durchkommt

In den USA bekommen Filme bereits ein „R“ aufgestempelt (restricted für Jugendliche unter 17 Jahren ohne Begleitung eines Erwachsenen), wenn nur ein einziges Mal das F-Wort gesagt wird. Tatsächlich lieferten die BHC-Filme etliche Gründe für diese Altersbeschränkung. Für alles andere müsste man wohl auch Murphys unvergleichlicher Art einen Riegel vorschieben.

Das hielt jedoch nur wenige Eltern davon ab, mit ihren Kindern in die Kinos zu strömen: „Beverly Hills Cop“ (1984) war neunzehn Jahre lang der umsatzstärkste Streifen mit R-Kennzeichnung in den USA. Erst „Matrix“ löste diesen Rekord 2003 ab.

7# Weil Eddie „Beverly Hills Cop“ vor Silvester Stallone gerettet hat

Die Idee zu „Beverly Hills Cop“ geht zurück aufs Jahr 1977 und bekam erst 1983 seinen humorvollen Ton eingeimpft. Als Hauptdarsteller wurde das Überraschungstalent aus Francis-Ford Coppolas „Rumble Fish“ verpflichtet: Mickey Rourke. Doch sein Vertrag lief aus, bevor die Dreharbeiten losgingen. Der nächste Kandidat hieß dann: Sylvester Stallone. Der erwies sich auch im Umgang mit dem Drehbuch als zuverlässiger Rambo und ließ alles (sprich: ALLES) umschreiben – bis aus der ursprünglichen Fisch-aus-dem-Wasser-Komödie ein Action-Massaker werden sollte, das der Landung der Alliierten in der Normandie gleichkam. Das Filmstudio Paramount zog die letzte Notbremse, die man als Studio noch ziehen kann – „zu teuer“.

Die Studiobosse lockten schließlich Eddie Murphy in den Trümmerhaufen des Projekts – auf Kosten von „Ghostbusters“, wo Murphy bereits eine Hauptrolle hatte; Ernie Hudson musste ihn als Geisterjäger ersetzen.

Der Rest ist Geschichte: Sylvester Stallone landete mit „Der Senkrechtstarter“ bruch, wofür er sich hinterher in „Rambo II“ bitter rächte. Eddie Murphy dagegen tanzte durch das zerfledderte Drehbuch von „Beverly Hills Cop“ und improvisierte durch die unfertigen Szenen den Film zum größten Kinoerfolg des Jahres. Er ließ nicht nur „Ghostbusters“ hinter sich, sondern auch „Indiana Jones und der Tempel des Todes“.

Außerdem viele heute fast vergessen: Eddie Murphy war der erste schwarze Schauspiel-Star, der vom „weißen Amerika“ vorbehaltlos ins Herz geschlossen wurde. Und „Beverly Hills Cop“ war sein Katapult dorthin. Unter diesem Aspekt bekommt der Film noch mal eine besonders herzerwärmende Note. Lachen verbindet, heißt: Eddie Murphy verbindet. Und das ist doch wundervoll, gerade jetzt vor Weihnachten.

Bräuchten wir nicht alle ein bisschen mehr Beverly Hills Cops?