Hollyklick: 15 Schnappschüsse vom alltäglichen Wahnsinn beim Dreh

Kuriose Set-Fotos fangen die Welt hinter den Kulissen großer Filme ein

1. Kill Bill: Vol. 1 (2003)

Gut drauf trotz Haarausfall: Lucy Liu mit Uma Thurman.

Quentin Tarantino machte sein Martial-Arts-Kunstwerk zu einer blutrünstigen Angelegenheit. Er verbot digitale Effekte – es musste Kunstblut fließen (1700 Liter für beide Teile). Ganz in der Tradition asiatischer Kampfkunstfilme der 70er-Jahre ließ er es in chinesische Kondome füllen, die unter Kostüm oder Maske platzten, sobald sie attackiert wurden. Entsprechend appetitlich waren einzelne Schauspieler hinter den Kulissen anzutreffen. Ironie am Rande: „Kill Bill“ war der erste Film, der unter eine neue Werberegel der Motion Picture Association of America fiel. Ihr zufolge darf in Filmvorschauen kein Blut mehr zu sehen sein.

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2. Planet der Affen (1968)

Echt affig: Pausendrink mit Strohhalm. Maurice Evans und Kim Hunter konnten aber nicht anders.

Über 80 Maskenbildner waren an einem der ungewöhnlichsten Filme der 60er-Jahre beteiligt: Bis heute hält Frank J. Schaffners „Planet der Affen“ den Rekord für den höchsten Make-up-Anteil an einem Filmbudget – ganze 17% gingen nur für die Maske drauf. Die Arbeit war so aufwändig, dass sämtliche Schauspieler gezwungen waren, sich auch in den Drehpausen in ihren kompletten Affenmaskeraden am Set zu bewegen. Mit einem aufschlussreichen Nebeneffekt: Wer als Gorilla verkleidet war, hing nur mit anderen Gorillas ab, Schimpansen-Spieler blieben ebenso unter sich wie Orang-Utan-Spieler. Verkleidung hin oder her, Charlton Heston hatte hier trotzdem die erste Nacktrolle seiner Karriere.

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3. Das Schweigen der Lämmer (1991)

Lecter er sich nach Fritten oder Fingern? Jonathan Demme füttert Hannibal, den Kannibalen.

Bis heute ist „Schweigen der Lämmer“ der einzige Horrorfilm, der je den wichtigsten Oscar gewann: Und zwar den als Bester Film. Und einer von nur drei Filmen, die jemals alle fünf wichtigsten Oscars abräumten: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch. Die Produktion erhielt zudem Unterstützung vom FBI, das sich erhoffte, infolge des Films mehr weibliche Agenten anwerben zu können. Alles in allem ein Dreh höchster Güteklasse. Und was gab es am Set zu essen? Pommes!

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4. Matrix (1999)

Hugo Weaving alias Agent Smith, ratlos neben zwei maßangefertigten Sonnenbrillenhaltern.

Es war ein bemerkenswerter Stunt: Als die Wachowski-Brüder Warner Bros. ihre Matrix-Idee vorstellten, wollten sie 80 Millionen Dollar Budget. Warner bot ihnen 10. Statt abzulehnen, nahmen die Wachowskis die 10 Millionen – und verbrieten sie komplett für die ersten zehn Minuten des geplanten Films. Die zeigten sie Warner und verlangten die übrigen 70 Millionen. Beeindruckt vom Resultat, willigte Warner ein. Weil in Australien gedreht wurde, reichten schließlich 60 Millionen aus – in den USA hätte die Produktion das Dreifache gekostet.
Im März 2010 wurden aus den Wachowski-Brüdern die Wachowski-Geschwister – aus Larry wurde Lana, sie machte 2012 öffentlich, Transgender zu sein. Im März 2016 wurde aus Andy Lilly: auch sie offenbarte sich als Transgender. Seitdem sind sie also die Wachowski-Schwestern. Und, nein, das ist nicht in der Matrix passiert.

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5. Star War: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980)

Es war nie ein Geheimnis, dass Yoda das Kind von Miss Piggy und Kermit, dem Frosch war. Es sprach nur nie jemand darüber.

Frank Oz. Wer diesen Namen kannte, wusste, dahinter steckt nicht nur die Stimme Yodas, Meister aller Klassen und Grammatiken; es war auch die Stimme von Miss Piggy, Bert (von Ernie & Bert), Fozzie Bär, Grover, Animal und dem Krümelmonster. Und so kam es hinter den Kulissen von „Star Wars: Episode V“ zu tumultartigen Familientreffen aus den unterschiedlichsten Sternensystemen.

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6. 2001: Odyssey im Weltraum (1968

Wo Stanley Kubrick zur Drehbesprechung rief, ging’s rund. Aber Hallo! (Mit Keir Dullea und Gary Lockwood)

Dieses Bild fand erst 40 Jahre nach Entstehen einen anonymen Weg zu einem amerikanischen Verlag. Es zeigt Dullea, Lockwood und Kubrick in einem der vielen zähen Momente des Ringens nach Perfektion (an der Szene mit dem schwebenden Stift arbeitete Kubrick mehrere Monate). Perfektion hieß aber nie: Klarheit. Noch während der Erstaufführung verließen 241 Zuschauer das Kino, unter ihnen ein völlig verstörter Rock Hudson: „Kann mir jemand sagen, worum zur Hölle es darin geht?“ Na klar: Autor Arthur C. Clarke wollte Fragen aufwerfen. Viele Fragen. „2001“ drohte anfangs, ein Flop zu werden, und der Verleih MGM wollte den Film schon absetzen. Einige Kinobesitzer stimmten MGM um, denn sie machten eine interessante Beobachtung: Immer mehr junge Menschen kamen, um den Film unter dem Einfluss psychotroper Drogen zu genießen.

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7. Der weiße Hai (1975)

Lag ihm auf der Zunge: Spielberg taufte seine Hai-Attrappe liebevoll Bruce.

Regisseur Steven Spielberg ließ für den Dreh drei mechanische Haie anfertigen, für jeweils unterschiedliche Einstellungen (rechts offen, links offen, vollummantelt – Stückpreis: 250.000 Dollar) und gab ihnen den Namen seines Anwalts: Bruce. Ein schlechtes Omen. Bruce entwickelte sich zum Albtraum für die Crew, weil die Technik ständig kaputt ging. Die Entwickler hatten ein Detail außer Acht gelassen: Spielberg, unerfahren und perfektionistisch, drehte im Atlantik (auf der Insel Martha’s Vineyard, Massachusettes) – und das Salzwasser erwies sich als gefräßiger als Bruce. Bei Tests im Süßwasser hatte der ganze Schwindel noch funktioniert.

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8. Stephen Kings Es (1990)

Butzemann Tim Curry bei der Snackpause: Der Kleine Hunger war schon immer ein trauriger Clown.

Dieses Set-Foto von Tim Curry als Kindermörder-Clown Pennywise bringt die ganze Stimmung beim Dreh in einem einzigen Bild zum Ausdruck: Curry spielte den Charakter so furchteinflößend, dass in den Drehpausen niemand am Set mit ihm zu tun haben wollte. Ablegen konnte er seine Maske nicht. Er musste sie den ganzen Tag tragen, weil es drei Stunden Arbeit kostete, sie herzustellen.
Im September 2017 wird erstmals eine Kinofassung von „Es“ erscheinen. Die Produktion von 1990 war ein Fernseh-Zweiteiler.

9. Jurassic Park (1993)

„Was für ein krankes Hobby! Muss Spielberg vom Aussterben bedrohte Tiere jagen?“

Dass Steven Spielberg für Fotos gerne vor, mit oder in seinen Filmkreaturen posierte, ist seit „Der Weiße Hai“ bekannt. Sein harmloses Porträt vor seinem sehr authentischen Triceratops-Modell hat im Internet allerdings eine ganz besonders ulkige Dynamik entwickelt: Seit Jahren teilen verpeilte Möchtegern-Tierschützer das Bild immer wieder als Beleg, Steven Spielberg ginge dem hässlichen Hobby der Großwildjagd nach. Wie schon Albert Einstein sagte, zwei Dinge sind unendlich, nur mit dem Universum war er sich nicht abschließend sicher …

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10. Zurück in die Zukunft II (1989)

Wie viele Mann braucht es, damit sich Marty McFlys Schuhe „automatisch“ binden? Sieben.

Die Szene dauert nur wenige Sekunden, aber sie hat sich Millionen Menschen fürs Leben eingebrannt: Marty McFlys Nike-Schuhe binden sich selbst, als er im Jahre 2015 aus seinem DeLorean steigt. Mit einem Jahr Verspätung wird aus der Zukunft Gegenwart: Nike hat tatsächlich einen selbstschnürenden Schuh des originalen Film-Modells MAG entwickelt. Allerdings gab es nur 89 Paar, die in einer Lotterie verlost wurden. Der gesamte Erlös floss in die Michael J. Fox Foundation, die der Bekämpfung der Parkinson-Krankheit dient.
Am 28. November wird die Zukunft jedermann zugänglich gemacht: Der Nike HyperAdapt 1.0 wird der erste käufliche Schuh sein, der sich selbst schnürt. Seht selbst!

11. Edward mit den Scherenhänden (1990)

Winona Ryder mit dem damaligen Friseur ihres Vertrauens, Johnny Depp.

Die Umarmung sieht unheilvoll aus, doch Winona Ryder und Johnny Depp waren ein glückliches Paar zu jener Zeit. Rückblickend gestanden beide, dass es eine ihrer wichtigsten Beziehungen war. Johnny hatte Winona überredet, in „Edward mit den Scherenhänden“ mitzuspielen – wofür sie ihre Rolle bei „Der Pate III“ hinschmiss. Dabei stand Depp noch gar nicht als Edward fest, als Ryder die Rolle der Kim übernahm. Beide wurden später für den Oscar nominiert und verlobten sich noch im selben Jahr. Kennengelernt hatten sie sich 1989 bei der Premiere von „Great Balls Of Fire!“ und wurden schnell ein Paar. Ryder war damals 18.

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12. Titanic (1997)

Steiles Gehölz: Das Titanic-Heck im Maßstab 1:8.

Es war fürwahr eine titanische Aufgabe, diesen Film zu drehen. Etliche Schiffsmodelle mussten angefertigt werden, in Maßstäben von 1:33, 1:8, bis hin zu einem 1:1-Modell, das südlich des Strands Rosarito in Mexiko aufgebaut wurde. Das Ganze auf einer beweglichen Plattform, die über 15 Meter Höhe das Sinken simulieren konnte. Ein Studio dieser Größe gab es einfach nicht. Obwohl das Produktionsbudget mit 135 Millionen Dollar schon reichlich bemessen war, liefen die Kosten aus dem Ruder. Am Ende standen 200 Millionen Dollar zu Buche – es wurde der teuerste Film des 20. Jahrhunderts.

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13. Godzilla (1954)

Katsumi Tezuka in der Rolle seines Lebens: Schwitzen und Stapfen im Gummi-Iguanodon.

Die erste Verfilmung von Godzilla war in vielerlei Hinsicht eine Geburtsstunde für das japanische Kino. Ein Monsterkostüm – völliges Neuland für die Macher. Darum musste die erste Anfertigung auch entsorgt werden, die Latexhülle geriet nahezu unbeweglich. Das finale Kostüm wog immer noch 110 kg, und der arme Tropf, der hinein stieg, fiel nicht selten in Ohnmacht, weil es darin elend heiß wurde. Geschadet hat es Katsumi Tezuka nicht, er feierte am 31. August seinen 104. Geburtstag.

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14. Ghostbusters (1984)

Süß: Der Marshmellow-Mann als kleines Modell.

Von seinen Ausmaßen her die größte Ikone im Geisterkabinett von „Ghostbusters“: der Marshmellow-Mann. Doch lange stand er auf der Kippe. Die Produzenten waren bereit, ihn aus dem Film zu streichen, falls er bei einem Testpublikum schlecht ankommt. Doch es ging gut aus. Wäre ja auch zu schade gewesen. Denn neben dem hübschen Modell für die Stadttrampelszene gab es auch drei aufblasbare Marshmellow-Mann-Kostüme in Echtgröße, die jeweils 20.000 Dollar kosteten. Sie wurden beim Dreh alle zerstört.

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15. Star Wars (1977)

Hut ab! Kenny Baker beim stilvollen Sandwich-Lunch.

Oft wurde er in der R2-D2-Tonne vergessen, wenn die Crew in die Mittagspause ging: In Erinnerung an den großen, 1,12 Meter kleinen Kenny Baker, der am 14. August 2016 im Alter von 81 Jahren starb. Nur C-3PO-Darsteller Anthony Daniels stand öfter vor den Star-Wars-Kameras als er. Zu sehen war er (wie Daniels) trotzdem nie, weshalb er die Rolle auch dreimal abgelehnt hatte, bevor er George Lucas endlich zusagte.

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