19 Dinge, die ihr nie von Will Smith gedacht hättet

Oder doch?

Will Smith geht immer. Im Ernst. Der Kerl ist eine Allzweckwaffe, die jeden trifft. Smith ist lustig und rührselig zugleich, er macht ordentlich Action, hat eine glänzende Ausstrahlung und überfordert niemanden mit Extremen oder Entgleisungen. Sicher, Will Smith ist kein wirklicher Schauspieler, denn er spielt immer nur sich selbst. Das aber famos, weil – wir ahnen es schon – sein Ego ein Überfluss von Tugenden ist, die wir alle bewundern: positiv, sensibel, stark, humorvoll, zielstrebig, ein Macher. Wie ein Superheld wirkt er dabei nie, sondern immer wie einer von uns. Will Smith ist die Banane unter den Filmfrüchten: handlich, sauber, praktisch, alles drin, gesund, schmeckt jedem, hat’s drauf. Die Banane ist des Deutschen liebstes Obst. Will Smith auch.

1. Der Pleitier von Bel-Air

Smith kann sich heute alles leisten, was er will. Glück gehabt. Denn mit Anfang 20 war er so pleite, dass es ihn fast die Existenz kostete. Und das war noch vor Beginn seiner Schauspielkarriere. Die startete bekanntermaßen mit Sitcoms. Bis heute berühmt: „Der Prinz von Bel-Air“ (1990–96). Von seiner Gage für die ersten drei (von sechs) Staffeln musste er 70% direkt an die Behörden abdrücken, um Steuerschulden zu bezahlen. Doch die Prasserei in jungen Jahren war es, die ihm letztlich seine lottogewinngleiche Karriere bescherte: „Der Prinz von Bel-Air“ erzählt nichts anderes als Smith’ Teenagerleben auf großem Fuß. Was für ein Märchen, dass das so viele Menschen interessierte.

2. Qualitätsmerkmal: außerordentlich

Darauf wären auch anspruchsvolle Cineasten nicht sofort gekommen: Von seinen 22 Spielfilmen (plus den 3 einzigen, in denen er nur eine Neben- bzw. Sprecherrolle besetzt) darf man nur drei Filme als missraten bezeichnen (Made in America, 1993; Wild Wild West, 1999; After Earth, 2013). Der Rest: toll erzähltes Kino, großartige Unterhaltung, zuweilen streitbare Plots, aber immer gut gespielt und inszeniert. Wir legen uns fest: Das gilt unabhängig aller Geschmacksfragen! Gekonnt ist gekonnt.

3. Professionell sentimental

Welch wunderliches Detail in der Karriere von Will Smith: Seine schönsten zwei Filme (Das Streben nach Glück, Sieben Leben) sind stille, anrührende Geschichten – und beide vom recht unbekannten italienischen Regisseur Gabriele Muccino inszeniert worden. Smith bestand auf ihn. Warum? Weil er dessen Melodramen „Ein letzter Kuss“ und „Ricordati di me“ (ist nie in Deutschland erschienen) gesehen hatte. Smith nennt Muccino einen „Meister der menschlichen Beziehungen“.

4. Lohnerhöhung

Für seine erste Kino-Rolle in „Straßenkinder“ (1991) bekam er 50.000 Dollar Gage. Für „I, Robot“ (2004) bekam er seine bis heute höchste: 28.000.000 Dollar – eine Lohnsteigerung von 55.900%. Seine insgesamt bestbezahlte Rolle blühte ihm im Jahr davor mit „Bad Boys II“, für die er 20 Millionen Dollar Gage + 20% (!!!) des Umsatzerlöses an den Kinokassen erhielt – in dem Fall ergab das mindestens weitere 54 Millionen Dollar Bonus.

5. Doppelfehler

Echt wahr: Will Smith lehnte die Hauptrolle in „Matrix“ ab, um stattdessen die Western-Klamotte „Wild Wild West“ zu drehen, seinen künstlerisch schlimmsten Flop. Heute schwankt Smith zwischen zwei Erklärversuchen: a) Zu der Zeit hätte er „Matrix“ ruiniert und niemals so gut spielen können wie Keanu Reeves, und b) seine zwei größten Fehler seien gewesen, die „Matrix“-Rolle abzulehnen und den Film „Wild Wild West“ zu drehen. Dummerweise geschah beides gleichzeitig.

6. Diva Unchained

Quentin Tarantino bot ihm die Rolle des Django in „Django Unchained“ an. Smith freute sich, kasperte mit Tarantino einen Tag lang das Drehbuch durch und sagte dann: Yeah, but nah … eigentlich doch nicht. Ist ja nicht die Hauptrolle. (Später gab er einen anderen Grund an: Er wollte das Drehbuch dahingehend ändern, dass aus der Gewaltorgie eine Liebesgeschichte wird.)

7. Zwerg Riese

Seine Körpergröße von 1,88 Meter ist beachtlich, aber nicht außergewöhnlich; dass er sie bereits mit 13 Jahren erreichte, dagegen schon.

8. Mr. July

Die Medien nennen ihn gerne „Herrn Juli“ – weil nahezu alle seine Blockbusters im Sonnemonat Juli starteten, rund um den Nationalfeiertag 4th of July (wo Smith’ Wir-gegen-die-anderen-Geschichten besonders stark das Gemüt rühren). Angesichts der Tatsache, dass seine Filme bislang für Umsätze von nahezu 7 Milliarden Dollar verantwortlich waren (allein an den Kinokassen), ist das nicht nur ein Kompliment, sondern auch eine Erwartung.

9. 2018 – Director’s Day

Will Smith wird Regisseur. 2018 soll sein Erstlingswerk „The Redemption of Cain“ (“Die Erlösung des Kain”) Premiere feiern – ein gewaltiges Epos, das das Alte und Neue Testament zusammenführt und mit einer Vampirgeschichte verbindet. Vorlage des Spektakels ist ein Computer-Spiel, Vampire: The Masquerade. Smith arbeitet bereits seit 2010 an dem Projekt.

10. Señor Voluntad Herrero

Der Herr spricht fließend Spanisch. Nein, er rappt sogar Spanisch. ¡Estupendo!

Fiesta (Remix) (Official Video) – Bomba Estéreo & Will Smith

11. Inbegriff des positiven Denkens

“Gib mir ein Problem, ich werde dir eine Lösung geben. Ich liebe einfach das Leben. Dieses Gefühl kannst du einfach nicht vorgaukeln. Ich freue mich über jeden einzelnen Tag, ich glaube, dass sogar die Kamera fühlen kann, dass ich ein glücklicher Mensch bin.”

DAS ist das unverwechselbare Will-Smith-Gefühl eines jeden Will-Smith-Films.

12. Frauenschwarm und Kostverächter

Mr. Smith brüstet sich gerne damit, spielend leicht jede Menge Frauen haben zu können, lebt(e) gleichzeitig aber eine disziplinierte Ehe und pflegt gewissenhaft ein Image von Anstand und Treue. Tatsächlich soll es seit seines Umzugs von Philadelphia nach Los Angeles in den 90er Jahren nur drei Frauen gegeben haben, mit denen er intim war. Zwei* von ihnen hat er geheiratet. Aber nicht gleichzeitig.


*Bild: Jada Pinkett Smith (Noch-Ehefrau), Will Smith, Sheree Fletcher (Ex-Frau)

13. Ein Haus in Stockholm?

Weil er nirgends so gut entspannen könne, habe er sich ein Haus im Süden Stockholms gegönnt. (Er hätte dann aber auch nach Ravensburg, Trier oder Bad Tölz ziehen können.) Ob ein Zusammenhang zu seiner Lieblings-Heavy-Metal-Schweden-Band Soilwork besteht, ist nicht bekannt. Die Schweden rätseln indes seit über zehn Jahren, wo dieses Haus stehen soll …

14. Pro Homo-Ehe!

– aber ein Problem damit, im Film von Männern geküsst zu werden, selbst wenn es die Rolle vorsieht. Schauspieler Ian McKellen bezeichnete ihn wegen seines diesbezüglichen Verhaltens beim Dreh von „Das Leben – Ein Sechserpack“ als homophob.
Wir stellen uns dabei vor, wie er seinem Filmpartner eine schallert, wenn der ihm einen Kuss geben will. Vielleicht wie bei diesem übergriffigen Reporter, der Smith 2012 Mund-zu-Mund abschlabbern wollte?

15. Zwei Deutsche rauben seinen Weltrekord

Das Guinness-Buch der Rekorde ehrt Schauspieler, die innerhalb von 12 Stunden am häufigsten zur Premiere eines ihrer Filme auf einem Rotem Teppich erscheinen. Will Smith hielt den Rekord mit drei Auftritten – bis zum 22. Oktober 2006. Dann kamen Jürgen Vogel und Daniel Brühl und ließen sich vier Mal auf einem Roten Teppich zu ihrem Film „Ein Freund von mir“ blicken. Wohlgemerkt: binnen 12 Stunden (in denen sie ja nicht nur Kinos, sondern auch die Stadt wechseln müssen).

16. Liebling der Kinder

Einen anderen Rekord wird sich Will Smith nicht so leicht nehmen lassen: Bei den „Kids Choice Awards“ (das ist diese Art Oscar-Verleihung durch Kinder, bei der jeder auf der Bühne mit grünem Schleim übergossen wird) ist er bislang mit sechs Trophäen beglückt worden. Das schaffte sonst keiner.

17. Will der nächste Obama werden

Nein, nicht US-Präsident – Will Smith will Barack Obama spielen, sobald dessen Leben verfilmt wird. Obama selbst wünscht sich Smith in dieser Rolle – nach Idris Elba (Pacific Rim). Letzterer klinge dank seines englischen Akzents einfach intelligenter. Seitdem übt Smith eine gepflegtere Aussprache.

18. „Aw, hell no!“

Schon bemerkt? Smith baut in jeden seiner Filme einen running gag ein. Er sagt dann: „Aw, hell no!“ Manche kennen diese Marotte von Arnie Schwarzenegger: „I’ll be back“.

19. Will Smith ist gar kein Schauspieler!

Reingelegt! Will Smith ist gar kein Schauspieler und hat auch nie eine Ausbildung gemacht. Smith ist Rapper und Gangster (alias Steuerhinterzieher, siehe Punkt 1)! Jawohl. Ihr erinnert euch an „Summertime“? DJ Jazzy Jeff & Fresh Prince hieß das gut gelaunte Duo, das Ende der 80er Jahre mit familienfreundlichem, melodischem Hip-Hop Furore machte und sogar zwei Grammys gewann, darunter den ersten überhaupt für die „Best Rap Performance“ für „Parents Just Don’t Understand“.
Smith nannte sich schon als Kind Fresh Prince, und mit seiner Musik machte er die Kohle, die er am Finanzamt vorbei in Häuser, Autos und Feierei investierte. Obwohl die Musik von Jazzy Jeff & Fresh Prince harmlos war – ihr Umfeld war es nicht. Ihr erster Produzent war ein gefährlicher Gauner, vor dem sie im Auto fliehen mussten, und der ihnen fünf, sechs Mal hinterher schoss. Smith macht keine Witze über das, was damals geschah: „Er hätte uns getötet, wenn er nur gescheit hätte schießen können.“