Die 20 lustigsten Filme aller Zeiten

(...über die ihr wirklich lachen könnt, ohne das Niveau zu verlieren)

Es ist zum Heulen mit den Komödien. Manche sind Trauerspiele, die mit Humor auf erträglich getrimmt werden. Andere garnieren Haudrauf-Action mit lächerlich lockeren Sprüchen, die nicht mal einem Großmaul nach ausgiebigem Clownfrühstück einfiele. Die meisten Komödien aber sind einfach nur bodenlos dumm, ordinär, vulgär, pfui bäh. Weil wir aber das Lachen lieben, begnügen wir uns oft mit Mittelmaß. Das muss nicht sein. Es gibt sie, die Komödien, bei denen wir vor Lachen kaum zum Atmen kommen, und die trotzdem noch viel tiefer wirken. Es lohnt sich, sie auch ein zweites, drittes, drölftes Mal anzusehen. Wir haben die 20 lustigsten Filme der letzten 50 Jahre gesammelt. Ist euer Favorit auch dabei?

#20 Superbad

USA 2007, Regie: Greg Mottola, mit Michael Cera, Jonah Hill, Christopher Mintz-Plasse

„Yeah, McLovin, wie läuft’s mit den Damen?” – „Es ist nicht das ,Laufen‘, worüber ich mir Sorgen mache … sondern das Kommen.“

Eine High-School-Komödie, die Tränen in die Augen treibt. Mit „Superbad“ gelang Regisseur Greg Mottola das eigentlich Unmögliche: eine aberwitzige US-Teenie-Posse, die nicht krampfhaft auf Brüller aus ist, sondern dank durchaus glaubwürdiger Charaktere ganz cool dem Wahnsinn des amerikanischen High-School-Außenseiterdaseins freien Lauf lässt. Bis in die Nebenrollen glänzend gespielt, und einen affenscharfen Soundtrack gibt’s obendrein! Die hinreißende Emma Stone legte hier das Fundament ihrer Starkarriere.

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#19 Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding

Deutschland 1999, Regie: Peter Thorwarth, mit Oliver Korittke, Markus Knüfken, Ralf Richter

„Der Daumen ist ab … voll ab! Du Arschloch! Jetzt sind meine Fingerabdrücke im Tresor! Da hätte ich auch gleich meinen Namen draufschreiben können!“

Schwärzer und lustiger als hier wird’s im Ruhrpott nicht. Die Geschichte eines Raubüberfalls ist die Geschichte des kriminellen Superproleten Kalle Grabowski (Ralf Richter) und aller bedauernswerten Kreaturen, die seinen Weg kreuz(t)en. Jede Minute in diesem Film vibriert, weil sich eine Eskalation andeutet. Die kommt auch – aber noch schlimmer. Regisseur Towarth ist hier das Kunststück gelungen, eine lupenrein deutsche Provinzkomödie so zu inszenieren, dass sie wie eine lupenrein britische Gangstergroteske wirkt. Seit 17 Jahren Kult und bis heute in Deutschland unübertroffen.

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#18 Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

Airplane! USA 1980, Regie: Jim Abrahams, David Zucker, mit: Robert Hays, Julie Hagerty, Leslie Nielsen

„Es gibt Probleme im Cockpit.“ – „Was ist es?“ – „Das ist der kleine Raum vorn im Flugzeug, wo der Pilot drinsitzt.“

Im Grunde hat der Film alles, was eine gute Komödie versaut: Er ist albern, zotig, gaga, hirnverbrannt. Dennoch tut diese Aneinanderreihung puren Blödsinns zuweilen wahnsinnig gut. Nicht umsonst kamen viele ähnliche Filme ebenso gut beim Publikum an, manchmal sogar bei der Presse (Die nackte Kanone, Top Secret, Hot Shots). „Airplane!“ ist der gelungenste jener klamaukig skurrilen Streifen, vornehmlich der 1980er Jahre, zum einen weil er ein Feuerwerk von Sketchen zündet, die selbst bei Gegenwehr heftiges Lachen auslösen, und weil er als Antwort auf die ermüdenden Flugzeugkatastrophenfilme der 1970er Jahre eine befreiend köstliche Parodie bot. Fluggesellschaften sahen das anders, es gab weltweit nur eine einzige, die den Film ins Bord-Entertainment-Programm aufnahm: Aeromexico.

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#17 Ferris macht blau

Ferris Bueller’s Day Off, USA 1986, Regie: John Hughes, mit Matthew Broderick, Alan Ruck, Mia Sara

„Was hab ich getan? Was hab ich getan?“ – „Du hast das Auto getötet.“

Die beste Coming-of-Age-Komödie der 1980er Jahre – rebellisch, klug, schön, schnell und weise. Neben „Breakfast Club“ das Meisterwerk des viel zu jung gestorbenen Komödienstars John Hughes (Kevin – Allein zu Haus, Schöne Bescherung). „Ferris macht blau“ ist kein Film für die lauten Lacher, dafür um so mehr für amüsiertes Staunen. Staunen darüber, wie einfach und richtig es ist, sein Leben nicht von Materiellem und Autoritäten abhängig zu machen, sondern von den besten Gelegenheiten, die sich bieten – auch wenn danach der Bankrott oder ein Elterngespräch drohen. Oder beides. Ein wunderbares Road Movie, bei dem das Zwerchfell ebenso oft auf Hochtouren läuft wie der Atem stockt.

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#16 Indien – Der Film

Österreich 1993, Regie: Paul Harather, mit Josef Hader, Alfred Dorfer, Maria Hofstätter

„I moch jetzt die Kiwi-Diät: Olles außer Kiwi!“

Zwei Gaststätteninspektoren auf Mission in Niederösterreich. Der eine, Kurti, ist Vegetarier und kultiviert, der andere, Heinzi, ein Fleisch- und Dosenbiervernichter und Fäkalrhetoriker. Harmonisch ist anders, und doch sind die zwei aufeinander angewiesen. Unfreiwillig entwickelt sich eine gewisse Zuneigung zwischen dem Duo infernale. „Indien“ ist ein halb vergessenes Juwel, ein herrlich schräger Bastard aus Roadmovie und Heimatfilm, durchtränkt mit schwarzem Wiener Humor, und eine Ode an die Eigenwilligkeit unserer südöstlichen Nachbarn, die uns allzu oft ein wenig irre vorkommen. Hier lernen wir sie lachend verstehen und lieben.

#15 …und täglich grüßt das Murmeltier

Groundhog Day, USA 1993, Regie: Harold Ramis, mit Bill Murray, Andie MacDowell, Chris Elliott

„Aber was, wenn es kein Morgen gibt? Heute gab’s nämlich auch keinen.“

Was, wenn jeder Tag gleich abläuft, und nichts, was man tut, je eine Bedeutung erlangt? Dann kann man jeden Tag was Neues ausprobieren! Sich von Gebäuden stürzen, von Lastwagen überfahren lassen oder die Nachbarn beleidigen – am „nächsten“ Tag steht alles wieder auf Anfang. Aus dieser bizarren Hypothese hat Harold Ramis eine höchst unterhaltsame Dauerschleife geschnürt, in der Bill Murray als Phil die einzige Person ist, die sich der täglichen Wiederholung bewusst ist. Wie er von dem Trott von Tag zu Tag zermürbt wird, ist ein grandioses Schauspiel und zum Brüllen komisch. Ganz nebenbei verhandelt „Groundhog Day“ zwei wesentliche philosophische Fragen: Wie bekommt das Leben Bedeutung? Und wiederholt sich unser Leben nicht schon längst täglich aufs Neue?

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#14 Die Monster AG

Monsters, Inc., USA 2001, Regie: Pete Docter, David Silverman

„Eine Steinschleuder – zu auffällig! Ein Holzpferd – zu griechisch!“

Hat die Fantasie freien Lauf, entstehen die irrwitzigsten Sachen. Und Animationsfilme sind das Fantasie-Universum schlechthin. „Die Monster AG“ überbietet sich von Szene zu Szene im Aberwitz einer Parallelwelt, in der Monster ein für ihre Verhältnisse normal langweiliges Leben leben und bestenfalls einen Job beim größten Arbeitgeber haben, einem Erschreckungskonzern für kleine Menschenkinder. Dass die Monster in Wirklichkeit Angst haben vor Menschenkindern, ist nur eine der schrägen Besonderheiten dieses hinreißenden grell-bunten Abenteuers, das kindliche Fantasie anregt und Erwachsene fasziniert. Einer der ganz großen Würfe amerikanischer Animationsstudios – und nicht der letzte in dieser Liste.

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#13 Der Stadtneurotiker

Annie Hall, USA 1977, Regie: Woody Allen, mit: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts

„Findest Du seine Freundin hübsch?“ – „Hm, sie ist sehr reizvoll. Eine süße kleine Null mit Gürtel.“

Woody Allens Meisterwerk und vierfacher Oscar-Gewinner ist zwar ein Œuvre für Intellektuelle, aber so reich an Wortwitz und Situationskomik, dass auch einfach gestrickte Naturen hier voll auf ihre Kosten kommen. Es ist schon ein Unterschied, ob ein Neurotiker von einem Schauspieler gemimt wird oder ob ein Mime Neurotiker ist und sich selbst an ein begnadetes Stück verschreibt. Außerdem: Diane Keaton in Bestform und Kokain is in the air (siehe oben) – ein Film zum Wahnsinnigwerden und um sich zu verlieben.

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#12 Wild Tales – Jeder dreht mal durch!

Relatos salvajes, Argentinien 2014, Regie: Damián Szifrón, mit Darío Grandinetti, María Marull, Mónica Villa

„Guten Abend. Eine Person?“ – „Endlich mal ’ne Frau, die zählen kann.“

Die Rolle des britischen Humors in Europa übernehmen in Amerika die Argentinier. „Wild Tales“ ist ein Überraschungscoup, der es in sich hat – eine rabenschwarze, böse und höchst unkorrekte Eskalation in sechs Episoden, in denen Probleme, die man eigentlich auch hätte lösen können, jedes Mal in einem ungebremsten Ausbruch von Zorn, Wut und Gewalt enden. Das lässt den Zuschauer nicht nur befreit auflachen, sondern entfaltet heilende Wirkung. Im wahren Leben sollte keiner auf die hier gezeigten Lösungsansätze setzen.

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#11 Pappa ante portas

Deutschland 1991, Regie: Vicco von Bülow, mit Evelyn Hamann, Vicco von Bülow, Irm Herrmann

„Entschuldige, das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.“

Die Deutschen und ihr Humor erfuhren im Jahr 1991 dank Vicco von Bülow alias Loriot eine Definition, mit der sich das Land bis heute voll identifiziert. Sie lautet Ruhestand und entpuppt sich als (Be-) Drohung: Ein Frührentner trägt Neurosen des deutschen Ordnungs- und Sparsinns (der am Arbeitsplatz Wirtschaftswunder bewirkt) mit voller Wucht in seine wohlsortierte Familie und treibt sie in die Verzweiflung. Einig Deutschland lacht und umarmt das Werk bis heute als hohes Kulturgut. „Pappa ante portas“ ist eine beißend-geniale Studie germanischen Pedantentums, die nicht an Aktualität verloren hat. An der Seite von Evelyn Hamann brilliert Loriot in seiner besten Filmrolle in seinem besten Film. Staubtrockener rheinischer Biedermeier für tränennassen Galgenhumor.

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#10 Das Leben des Brian

Life of Brian, GB 1979, Regie: Terry Jones, mit Graham Chapman, John Cleese, Michael Palin

„Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?“

Die Verhonepipelung der Geschichte Jesu durch die Komikertruppe Monty Python gilt vielen als Inbegriff des britischen Humors. „Life of Brian“ ist ein großer Abenteuerfilm voller Blasphemie, himmelhochjauchzendem Schwachsinn und einer lückenlosen Aneinanderreihung von Dialogen, die zum Haareraufen idiotisch sind. Hier zeigt sich die rebellische Macht der Parodie. Sie erlaubt alles und befreit Geist und Kreativität. Der Geniestreich: Die Geschichte aus dem Jahr 33 verschränkt sich unentwegt mit Phänomenen aus dem 20. Jahrhundert, angefangen bei der rotzigen Straßensprache, und führt sich so selbst ad absurdum. Auch 37 Jahre nach Veröffentlichung die schüttelndste Läuterung für gequälte christliche Seelen.

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#9 Findet Nemo

Finding Nemo, USA 2003, Regie: Andrew Stanton, Lee Unkirch

„Heute gibt’s frischen Fisch!“ – „Denk vegetarisch, Alter!“

2003 waren Jung und Alt im Clownfischfieber – dabei ist Clownfisch Nemo ein eher biederbraver Schuppengesell. Ganz anders die übrige Sippschaft: vegane Haie, Wasserschildkröten auf LSD, hirnlose Möwen und jede Menge buntes und schwabbeliges Meergetier wetteifern um die irrsinnigsten Sprüche und schrägsten Auftritte. „Findet Nemo“ verbindet eine rasend lustige Unterwasserwelt mit einem rührenden Countdown-Abenteuer und ist obendrein eine optische Sensation. Niemals zuvor war es möglich, die Illusion von Wasser so täuschend echt nachzustellen. Das Berechnen eines einzigen frame (eine Vierundzwanzigstel Sekunde Bild!) am Computer dauerte damals bis zu vier Tage. Wem Nemo heute etwas zu betagt wirkt, kann sich freuen: Dieses Jahr feiert der Nachfolger „Findet Dorie“ Premiere (29. September).

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#8 Bube, Dame, König, grAS

Lock, Stock and Two Smoking Barrels, GB 1998, Regie: Guy Ritchie, mit Jason Flemyng, Dexter Fletcher, Nick Moran

„Nur der Leichenbestatter verkauft euch leere Kisten.“

Guy Ritchies Regiedebüt strotzt vor echten (!) Gangstern und zügelloser Gewalt und umgibt eine hochgestapelte Verbrechergeschichte, bei der jeder jeden jagt und von jedem gejagt wird, mit dem einlullenden Gewölk hunderter lockerer Sprüche. An sich wäre das ein Fall für die eingangs erwähnte Haudrauf-Action mit unglaubwürdigem Humor – hier jedoch wirkt alles trotz extremster Darstellung völlig glaubwürdig. Und das macht das unvermeidliche Lachen in „Bube, Dame, König, grAS“ so pikant. Unterstützt wird die pechschwarze Bully-Parade von Ritchies verführerischer Bild-Ästhetik, für die er inzwischen berühmt ist. In keinem Film ist die Fallhöhe zwischen Brutalität und Lachzwang höher – ein atemberaubender Sonderfall in der Welt der lustigsten Komödien.

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#7 Alles steht Kopf

Inside Out, USA 2015, Regie: Pete Docter, Ronnie Del Carmen

„Okay. Wir sind heute nicht gestorben. Ich nenne das uneingeschränkten Erfolg.“

Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel sind die fünf quietschbunten Hauptdarsteller von „Alles steht Kopf“ und streiten als liebenswerte Figuren im Gehirn der pubertierenden Riley rund um die Uhr um Kontrolle und Vorherrschaft. Das ist nicht nur zum Schreien komisch und betörend anzusehen, es erklärt auch auf allerspielerischste Weise das Ineinandergreifen von Verstand und Emotionen – auf wissenschaftlich grundsolidem Fundament. Ein ganz großes Werk der Pixar-Studios, das sich im Handumdrehen als geistreicher Klassiker des Animationsfilms etabliert hat.

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#6 Toy Story

USA 1995, Regie: John Lasseter

„Du kannst ja fliegen!“ – „Nein. Ich falle elegant.“

Der erste Film, der vollständig am Computer entstand, hat die Welt der Animation verändert. Auch wenn die Bilder von „Toy Story“ heute ein klein wenig überholt wirken, so bleibt die Geschichte von Cowboypuppe Woody, Raumfahrerpuppe Buzz Lightyear und all der anderen zum Leben erweckten Spielzeugfiguren ein so fantastisches wie lustiges Familienabenteuer, in dem vor allem die besonders liebevoll gestalteten Charaktere noch immer den großen Unterschied zur großen Trickfilmkomödienkonkurrenz machen.

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#5 Die Ritter der Kokosnuss

Monty Python and the Holy Grail, GB 1975, Regie: Terry Gilliam, Terry Jones, mit Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle

„Oh ja, ich kenne afrikanische Schwalben, die fliegen ohne aufzutanken von hier bis Feuerlandmitte. Da wohnt meine Cousine.“

Hier gilt, was schon bei „Life of Brian“ galt, mit dem Unterschied, dass die Python-Truppe auf urbritischem Terrain wildert und das gewalt- und körperteilabtrennungslüsterne Frühmittelalter auf derart furiose Weise durch den englischen Schlamm zieht, dass man hier von einem der höchsten Kulturgüter des Vereinigten Britischen Königreichs sprechen muss, wenn nicht der ganzen Tafelrunde. „Die Ritter der Kokosnuss“ sind das Premium-Allheilmittel für jeden Heimkinoabend, an dem es irgendwie geil lustig zugehen soll, das Hirn aber zu schwach ist, auch nur einen einzigen sinnvollen Gedanken zu verarbeiten. Bestgeschmiedeter Blödsinn, wo gibt.

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#4 Snatch – Schweine und Diamanten

GB 2000, Regie: Guy Ritchie, mit Jason Statham, Brad Pitt, Benicio Del Toro

„Nimm deine Zunge wieder aus meinem Arschloch, Gary. So was machen nur Hunde! Du bist doch kein Hund, oder, Gary?“

„Bube, Dame, König, grAS“ war nur der erste Streich. Kaum zu glauben, dass Guy Ritchie noch eine Schippe drauf werfen konnte. Konnte er aber. „Snatch“ legt nicht nur an Tempo, Härte und Biss zu, sondern überzeugt mit knisternd scharf gezeichneten Charakteren und brüllend komischen Milieu-Einsichten. Diesen Schlachtplatz der Wortgefechte haben wir uns schon einmal sehr genau angesehen – Lektüre empfohlen, den Film sowieso.

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#3 Toy Story 3

USA 2010, Regie: Lee Unkirch

„Keiner legt hier Wert auf Kleider, Barbie! Keiner.“

Überspringen wir den ebenfalls sehr guten zweiten Teil der Spielzeug-Saga und kommen wir gleich zum Meisterstück der Reihe, in dem Andys Spielzeugkiste aus Versehen in einem Kindergarten landet – bei Monsterkleinkindern mit Monsterkuschelspielzeug. Ein wildes Abenteuer beginnt, in dem Woody, Buzz und ihre Freunde alles daran setzen, dieser Hölle zu entkommen … „Toy Story 3“ kann man gar nicht oft und hoch genug loben für sein Füllhorn an Figuren – auf über 300 ist der Cast angewachsen –, für die Detailverliebtheit bis in die letzte Augenwimper, für Salven von Gags zum Kreischen – und für eine wundervolle Geschichte über Erinnerungen und den Abschied von der Kindheit.

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#2 Ziemlich beste Freunde

Intouchables, Frankreich 2011, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano, mit François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny

„Ich bin vom Hals abwärts gelähmt.“ – „Ich würde mir die Kugel geben.“ – „Auch das ist schwer für einen Querschnittsgelähmten.“

Was zunächst wie eine originelle und exzellent inszenierte Komödie aussah, wuchs bald zu einer Sensation: „Ziemlich beste Freunde“ wurde in unzähligen Ländern zum erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten, auch in Deutschland; in Frankreich blieb er nur knapp hinter den „Sch’tis“. Die Geschichte eines schwarzen Ex-Knackis, den ein querschnittsgelähmter Aristokrat als seinen Pfleger anstellt, ist voller saukomischer Momente und schwankt von spitzen respektlosen Bemerkungen bis zur funkensprühenden Lebensfreude einer ganz und gar ungewöhnlichen Freundschaft. En passant reißt er die Grenzen ein zwischen Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Gesund und Krank und darf bei allem Humor auch als beispielloser Mutmacher gelten. Die Geschichte ist so skurril, dass man sie kaum erfinden kann. Tatsächlich beruht sie in großen Teilen auf einer wahren Begebenheit. Ein großes cineastisches Geschenk für die Seele und fürs Gemüt.

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#1 Zoomania

Zootopia, USA 2016, Regie: Byron Howard, Rich Moore

„Wir mögen hoch entwickelt sein, aber tief im Inneren sind wir immer noch Tiere.“

Noch in den Kinos und hier schon auf Platz eins einer Klassikerliste? Ja! Ohne Wenn und Aber. Was lehrt uns das? Filmemacher ruhen sich nicht auf Lorbeeren aus. Lieber spüren sie der nächsten, noch besseren Geschichte nach. Erfolgreich: Diese hier handelt von der jungen Hasenfrau Judy, die in der Tierstadt Zoomania Karriere als Polizistin machen will. Ausgerechnet mit Hilfe des Trickbetrügers Nick, dem schlauen Fuchs, landet sie ihren ersten Coup, doch der ganz große Fall kommt erst noch … Wenn das Internet schon von süßen Tiervideos dominiert wird, kann ein Animationsfilm, in der nahezu jedes denkbare Tier seine unverwechselbare Rolle bekommt, nur ein weltweiter Hit werden. Und das ist er auch, nicht nur an den Kinokassen! Eine kluge Geschichte, unzählige schräge Begegnungen, die stets in brüllend komischen Situationen enden, und eine selbst im Animationskosmos seltene Wohltat: Es gibt endlich mal keine Menschen mehr. Kann es noch besser werden?

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Uns ist klar, das Humor natürlich eine sehr subjektive Sache ist. Wenn ihr anderer Meinung seid, oder wir etwa eine Spitzenkomödie vergessen haben sollten, lasst uns das doch in den Kommentaren wissen!