8 Easter Eggs, die ihr ganz bequem von der Couch suchen könnt

Ei, Ei, Ei was seh‘ ich da!?

Wer sucht, der findet! Dass dieser Spruch gerade zur Osterzeit mehr als aktuell ist, wissen wir schon seitdem wir in Omas Garten die ersten Eier gesucht haben. Auch bei einigen unserer Lieblingsstreifen lassen sich noch so einige versteckte Anspielungen, absichtliche „Fehler“ oder kuriose Besonderheiten entdecken. Was haben zum Beispiel die Simpsons mit Godzilla zu tun? Und was macht eigentlich Beatles-Gitarrist George Harrison bei der Volksfront von Judäa? Die folgende Auflistung unserer schönsten Easter Eggs gibt Antwort.

1. Departed: Das X als Zeichen der Gefahr

Beginnen wir mit einem der populärsten Easter Eggs der modernen Filmgeschichte: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass jeder der Hauptcharaktere in „Departed – Unter Feinden“, kurz bevor er das Zeitliche segnet mit einem X im Hintergrund markiert wird? Falls nicht, dann lasst euch gesagt sein, dass das natürlich pure Absicht war. Regisseur Martin Scorsese ist allerdings nicht ganz von allein auf diese Idee gekommen, sondern ließ sich beim Dreh von Howard Hawks „Scarface“ von 1932 inspirieren. Dort ist für jeden Toten im Bild jeweils ein X zu sehen. Gruselig!

2. Godzilla: Die Welt der Simpsons

Die 1998er Version von Godzilla machte so einiges anders als ihre Vorgänger. So war es nicht nur der erste Godzilla-Film, der außerhalb Japans produziert und von Hollywood-Endzeit-Größe Roland Emmerich in Szene gesetzt wurde. Den deutlichen amerikanischen Einfluss sehen wir auch in so einigen Easter Eggs, die allesamt einen mehrdeutigen Bezug zur Kult-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ aufweisen.

Angefangen mit den drei Darstellern Hank Azaria, Harry Shearer und Nancy Cartwright, die zusammen schon als Synchronsprecher in den Simpsons zu hören waren, besorgte auch Simpsons-Titelmusik-Komponist Danny Elfman seinem Neffen eine Rolle im Monster-Streifen. Ob das wohl alles Zufall war? Mitnichten.

Während der Taxi-Verfolgungsjagd durch New York wirft Matthew Broderick seinen Ausweis aus dem Fenster, um einen Militärangehörigen darauf aufmerksam zu machen. Der Name auf diesem ist klar als Armin Tamzarian zu entziffern, dem echten Namen des Schuldirektors Skinner aus den Simpsons. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

3. Fightclub: Eine kleine Starbucks-Lovestory

Edward Nortons Meisterstück als prügelnder Rebell mit multipler Persönlichkeitsstörung begeisterte uns gerade wegen seiner harten und berechtigten Gesellschaftskritik. Kaum ein Film schafft es so meisterhaft uns für die allgegenwärtige Übermacht von Konzernen und elitären Gesellschaftsstrukturen zu sensibilisieren. Da ist es doch durchaus naheliegend genau dies mit einem kleinen verstecktem Realitätsbezug zu zeigen, oder? So geschehen durch Regisseur David Fincher, der es tatsächlich in annähernd jeder (!) Szene schafft, einen gebrandeten Kaffeebecher der Marke Starbucks zu verstecken. Noch nicht aufgefallen? Dann fleißig Fightclub anschauen, Becher durchzählen und uns als Kommentar posten.

4. Watchmen – Die Wächter: Ein Hang zu Batman

Zack Snyder kann man wohl getrost als Batman-Fan ersten Ranges bezeichnen. Nicht nur, dass er schon von Kindesbeinen an einen Faible für den Fledermausmann hatte und als Regisseur gerade an „Batman v Superman: Dawn of Justice“ arbeitet. So finden sich auch in seinem Blockbuster „Watchmen – Die Wächter“ ungezählte Batman-Anleihen, die nur danach schreien vom aufmerksamen Zuschauer entdeckt zu werden. Angefangen mit den Opening Credits in denen Nite Owl den Mörder von Batmans Eltern schlägt, während diese selbst zu sehen sind (Pärchen an der Tür). Zudem füllen mit einigen Batman Postern und Gotham Plakaten weitere Batman Bezüge das Bild. Chapeau vor so viel Liebe zum Detail Mr. Snyder!

5. Stirb Langsam: Pulp Fiction lässt grüßen

Im 1995er Teil „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ konnten sich die Hauptdarsteller Samuel L. Jackson und Bruce Willis einen Anspielung auf ihren Vorjahreshit „Pulp Fiction“ wohl schwer verkneifen. Verständlich, bei diesem Kultstatus, den der Film schon damals innehatte. So antwortet McClane auf die Frage, was er seit dem letzten Film getan habe, dass er Zigaretten geraucht und Captain Kangaroo geschaut habe. Eine fast identische Textzeile aus „Flowers On The Wall“ wird von Bruce Willis auch in Pulp Fiction gesungen, just in dem Moment als er Marsellus Wallace beim Überqueren der Straße sieht. So macht Filme schauen Spaß, wenn alle Lieblingsfilme über Easter Eggs dramaturgisch verbunden sind. Bitte mehr davon!

6. Zurück in die Zukunft: Das Treffen mit Sherman und Mr. Peabody

Jeder nach 1970 geborene Mensch fragt sich jetzt wahrscheinlich: Wer zum Teufel sind Sherman und Mr. Peabody? Ganz einfach: Zwei uramerikanische Cartoon-Figuren der 50er und 60er Jahre, die zu dieser Zeit unglaublich beliebt waren – wahrscheinlich weil die beiden einfach so durch die Zeit reisen konnte. Mehr Bezug zu „Zurück in die Zukunft“ geht also nicht.

Im Film selbst trifft Marty McFly, als er in die 50er Jahre reist, auf einen Farmer der sich zunächst nicht weiter vorstellt, dessen Sohn aber zufällig Sherman heißt. Als wenig später die Mailboxansage seinen Namen als Peabody aufdeckt, ist der „Zufall“ perfekt. Eine dezente aber sehr schöne Hommage an die beiden Cartoon Helden!

7. Apocalypto: Wo ist Wimmelbild Walter?

Über Mel Gibson als Person lässt sich sicherlich streiten. Seine Kreativität, zumindest was das Verstecken von Easter Eggs in seinen Werken angeht, ist aber unbestritten. So verwundert es auch nicht, dass in einem seiner letzten Werke – „Apocalypto“ – ein paar der verrücktesten Frames enthalten sind, die die Filmgeschichte je zu sehen bekam.

Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an Wimmelbild Walter aus Kindertagen? Das ist der Typ mit dem rot-weiß gestreiftem Pullover und Brille, der in riesigen Suchbildern gefunden werden musste. Mel Gibson hat es tatsächlich geschafft den Kinderbuch-Star in das denkbar unpassendste Setting seines Monumentalfilms einzubauen: Einen Haufen verwesender Leichen. Leider wurde der Frame aus der DVD-Version herausgeschnitten, so dass das Ganze heute nur noch in Mitschnitten im Netz nachzuvollziehen ist.

Zudem gab es schon im Trailer zum Film einen Frame, der durchaus zur Erheiterung führen kann. Na, wer erkennt den Mann mit Vollbart? Richtig, es ist der gute Mel höchst selbst.

8. Das Leben des Brian: George Harrison Undercover

Als der Kult-Comedy-Klassiker schlechthin begeistert Monty Pythons „Das Leben des Brian“ schon seit über 30 Jahren zahlreiche Filmenthusiasten mit einem durchdacht-subtilen schwarzen Humor. Da ist es natürlich naheliegend, dass auch die britische Komikergruppe in ihrem Werk einige Easter Eggs versteckt hat. Aber selbstverständlich muss es bei „Das Leben des Brian“ etwas ganz Besonderes sein, so auch dieses aus dem Zufall geborene Easter Egg.

Da die Filmfinanzierung im Großbritannien der 70er Jahre noch nicht so viele Möglichkeiten wie heutzutage bot, hatten Monty Python mit ihrer Filmidee einige Probleme mit der Finanzierung. Um das geplante Projekt doch noch stemmen zu können, schaffte es Produzent John Goldstone seinen Freund und Beatles-Gitarrist George Harrison zu überzeugen, den Film zu finanzieren. Im Gegenzug für dessen 4 Millionen Dollar Startkapital erhielt der erfolgreiche Musiker dann eine Cameo-Rolle und durfte Brian persönlich als Mr. Papadopolous, Besitzer des Berges, die Hand schütteln.

Bonus: Quentin Tarantino als Mr. Referenz

Natürlich wundert ihr euch an diesem Punkt, warum kein einziger Tarantino-Streifen in der Liste auftaucht. Die Erklärung: Jedes Tarantino-Kunstwerk ist eine Ansammlung an unzählbaren Referenzen und versteckten Bezügen, die hier jeden Rahmen sprengen würden.

Daher bleibt an dieser Stelle nur seine aus unserer Sicht schönste, weil nostalgischste Hommage an eines der großen Idole des Italo-Westerns zu erwähnen. Wer erinnert sich noch an die berühmt-berüchtigte Mandingo-Kampf-Szene aus “Django Unchained” und diesen relativ unscheinbaren, spanisch sprechenden Gast mit weißem Rancher-Hut? Für die, die es noch nicht wissen: Hier handelt es sich um Altstar Franco Nero, den originalen Django, Held unzähliger Spaghetti-Western. Und ganz ehrlich: Was gibt es schöneres als seine Kindheitshelden auf die Stars des modernen Kinos treffen zu sehen?

Django Unchained ist das nächste Mal auf Kabel eins CLASSICS zu sehen am: 22.12.2017