75 starke Jahre

Happy Birthday, Bruce Lee!

Der Kampfsportler und Schauspieler Bruce Lee katapultierte sich durch seine perfekte Beherrschung der Kampfkunst in kurzer Zeit an die Spitze der Mixed-Martial-Arts-Filme. Er zeigt Stärke aber nicht nur am Bildschirm und im Kampf – Bruce Lee ist eine popkulturelle Ikone, dessen Einflüsse wir immer noch spüren.

Lee Jun-fan, so heißt Bruce Lee mit bürgerlichen Namen, als einen begnadeten, charismatischen Kämpfer zu sehen, das ist eine Sache. Ihn auf die Zwei-Finger-Liegestütze zu reduzieren oder nur seinen One-Inch-Punch zu würdigen. Eine andere Sache ist es, Bruce Lees Wirkung abseits der Leinwand zu betrachten: Man erkennt die Wucht der Mime, warum Lee als Symbol zur Überbrückung ethnischer Zerrissenheit gilt.

Dass unser Geburtstagskind starken Einfluss auf den Film hat, das ist so offensichtlich, dass wir es hier nur antasten wollen. Ohne Bruce Lee gäbe es keinen Jackie Chan, keine Matrix-Trilogie und wahrscheinlich auch kein Kill Bill. Kampfszenen rund um die Welt tragen seine Handschrift, seine dramatische Gestik und Mimik, seine Tempo-Wechsel. Sie werden bis heute von den Größten noch immer imitiert und in Szene gesetzt.

Abseits der Leinwand ist der Kampfsportler, der im Alter von 32 Jahren an einem Hirnödem starb, ein Buch, dessen letzte Seite nie aufgeschlagen wurde. Geschichten über Bruce Lee gehen nie aus.

“Be Water, my friend”

„Der Mann mit der Todeskralle“ (engl. “Enter the Dragon”) kam 4 Wochen nach Lees Tod in die Kinos, die erste chinesisch-amerikanische Koproduktion. Diese stellte sich als kommerzielle, sowie kulturelle Supernova heraus. Sie löste weltweit eine Kung-Fu-Welle aus – Kampfschulen schossen wie Pilze aus dem Boden. Jeder wollte sein wie Bruce Lee. Selbst ein passender Soundtrack für sein Leben wurde komponiert: Carl Douglas lieferte mit „Everybody was Kung-Fu fighting“ die passenden Töne für den fliegenden Körperkult.

Lee sprengt in Hollywood die engen Grenzen fernöstlicher Charaktere und Schauspieler – in Amerika lebenden Asiaten öffneten sich soziale Pforten, wie es so niemand erwartet hatte. In Filmen wurden sie bis dahin als böse und “falsch” dargestellt, sogar meist von Weißen gespielt, da man den Asiaten so ganz und gar nicht traute. Mickey Rooney im Film „Frühstück bei Tiffany“ ist ein gutes Beispiel für so einen unechten Asiaten. Bruce Lee war hingegen nicht nur ein echter Asiate, er war DER Asiate. Ein heldenhafter Charakter, einer Minderheit angehörig – ein Einwanderer, der sich durch die weiße Welt boxt und sich Ruhm und Erfolg verschafft. Ein Vorbild, selbst für Mitglieder anderer ethnischer Minderheiten. “Bruce Lee war ein Held für all jene, die keine Helden besaßen”, sagte der farbige Schauspieler Eddie Griffin mal.

“Everybody was Kung-Fu fighting.”

Bruce Lee brachte der Welt jedoch nicht nur Kung-Fu näher, sondern schuf mit “Jeet Kune Do” sogar seine eigene Kampfkunst: ein auf Effizienz ausgerichteter Hybridstil, Kampf und Tanz, vereint in formlos und flüssigen Bewegungen.

Nicht nur im Westen hinterließ Lee einen bleibenden Eindruck, sondern auch in China wuchs er zu einer Marke. Während der Siebziger Jahre, in denen China in der blutigen Phase der Kulturrevolution steckte, waren die Eliten nicht allzu gut auf Lee zu sprechen. Nachdem die Lee-Filme viele Jahre lang in China verboten waren, wird sein Einfluss heute von der chinesischen Regierung anerkannt.

Wir gratulieren Bruce Lee zu seinem 75. Geburtstag! Er ist nicht nur ein Held auf dem Bildschirm, nicht nur ein herausragender Kämpfer – nein, Bruce Lee ist eine Persönlichkeit mit Stärke, die den Menschen Hoffnung gibt. Er hat wie keiner das Gefühl verkörpert, das jeder alles schaffen kann, wenn man beide Augen fest auf sein Ziel richtet. Oder, in seinen eigenen Worten: Grenzen sind keine Grenzen.