Deflorationen auf Leinwand

8 Erste Male, die die Geschichte des Films veränderten

Irgendeiner ist immer der Erste. Das gilt für Geschlechtsverkehr wie für jeden anderen Vorstoß in unbekanntes Terrain. Überall, wo Menschen sich aufmachen, die Welt zu entdecken, wird einer die Nummer eins sein: Abenteurer, Forscher, Wissenschaftler, Visionäre, Utopisten, Unternehmer, Macher, Künstler. Ohne Menschen, die ihren Hintern erheben und mal was ausprobieren, säßen wir alle noch rund ums Feuer. Oder nicht mal das. Sokrates, der alte Grieche, hatte recht: „Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“

In diesem Sinne will ich heute nicht nur an einige der größten Meilensteine in der Filmgeschichte erinnern, sondern auch die Menschen würdigen, die die Cojones hatten, sie aufzustellen.

#8 Das erste F-Wort (1967)

Doch, kannst du. Regisseur Joseph Strick hat es 1967 in seinem Film „Ulysses“ tun lassen (es war ein Monolog über Sex). Bis dahin konnten Kinogänger kein böses Wort in den Lichtspieltheatern ihres Vertrauens vernehmen, selbst Worte wie „heck“ (Kuckuck, Teufel) oder „darn“ (verflixt) wurden im letzten Filmschnitt bereinigt. Stricks Tabubruch sorgte für turbulente Szenen weltweit: In Neuseelands Kinos wurden Männer von Frauen getrennt, und bei den Filmfestspielen in Cannes wurden die Untertitel zensiert – ohne Stricks Einverständnis. Der – anwesend – lief schreiend zum Projektor, stellte ihn ab und wurde dann von ein paar Schlägern die Treppe runtergeworfen. Bis zu seinem Abgang aus Cannes schrie er sinngemäß nur noch ein Wort: „FUCK!“

Es war wohl der Tatsache geschuldet, dass der Film eine britische Produktion und Joseph Strick ein „Kunstfilmer“ war, dass damals nicht die ganze Welt an sinkender Moral verrottete.
Schade, dass Skandale heute nicht mehr so einfach funktionieren. Doch es ist Jospeh Stricks Verdienst, dass sich unzählige Filme nach „Ulysses“ nicht mehr der Zensur wegen unflätiger Worte beugten. Vorläufiger Gipfel der neuen Freiheit: „Swearnet: The Movie“ (2014). Die kanadische Komödie serviert das F-Wort ganze 935 Mal (366 Male mehr als „The Wolf of Wall Street“).

#7 Der erste US-Filmerfolg ohne weiße Schauspieler (2005)

Dieses Erste Mal gab wenig Anlass zum Schulterklopfen. Über hundert Jahre benötigte das Einwanderer- und Filmland Nummer eins, um einen Film zu verwirklichen, der historisch korrekt ohne weiße (also ex-europäische) Darsteller auskommt: Die US-Produktion „Die Geisha“ von Rob Marshall war vollständig mit asiatischen bzw. asiatischstämmigen Schauspielern besetzt. Aber wie so oft, wenn es um Minderheiten geht, war auch das wieder nicht richtig genug: Die Geschichte um das Mädchen Chiyo, das in den 1930er Jahren in Kyoto zur gefeierten Geisha aufsteigt, hätte ausschließlich mit japanischstämmigen Schauspielern gedreht werden dürfen – beklagten Japaner. Doch die Stars des Films waren chinesischer oder malaysischer Abstammung. Casting Director Francine Maisler (The Amazing Spider-Man, Knight of Cups) hat bei ihrer Suche nach Schauspielern jedenfalls nicht explizit nach Japanern gesucht, wie ein offizieller Casting-Aufruf beweist. Sie hielt es wohl eher mit der traditionellen europäischen Sichtweise auf Asien: ,Sehen alle gleich aus.‘ Angesichts der Tatsache, dass all die entzückenden japanischen Schauplätze des Films in Ventura County nachgebaut wurden, statt an Original-Schauplätzen gedreht zu werden, ist das fast schon wieder konsequent.
Nichtsdestotrotz bleibt whitewashing ein anhaltendes Problem in Hollywood: die Grundannahme, weiße Schauspieler seien weltweit am beliebtesten, egal in welcher Rolle, nährt den Verdacht auf hegemonialen Rassismus. Insofern ist „Die Geisha“ ein bis heute nicht übertroffener Meilenstein.

#6 Die erste moderne Farbkorrektur (2000)

Ist Ihnen aufgefallen, wie viele Filme in den letzten 15 Jahren in atemberaubend vollkommenen Farben über die Leinwand strahlten? Das Geheimnis heißt: digitale Farbkorrektur. Was heute jede kleinere Filmbearbeitungssoftware leistet, war bis vor einigen Jahren mangels Rechenkapazitäten reines Wunschdenken. Wir rechnen nach: In Full-HD-Auflösung wollen Farbwerte für 1920×1080 Pixel pro Bild berechnet werden, also 2 Millionen 73 Tausend 6 Hundert Farbpunkte – für die jeweils 16.777.216 Farben zur Verfügung stehen (bei 24-bit-Farbtiefe; moderne Grafikprozessoren unterscheiden bei 30 bit über 1 Milliarde Farbwerte). Und wie viele Bilder enthält ein Film? Moderne Kinoprojektionen arbeiten mit 48 Bildern PRO SEKUNDE! Also 48 × 2 Mio. × 1 Milliarde … mal 60 für eine Minute … Mit dem kleinen Makel, dass Full HD von gestern ist. Heute heißt der Maßstab 4k – 4096×2160 Bildpunkte. Sind über 8,8 Millionen Pixel. Und längst ist 8k (Full Ultra HD) auf dem Weg … Das alles habe ich technisch unzureichend angerissen, ich will nur ein vages Gefühl für die unfassbare Datenmenge schaffen, die zur Farbkorrektur eines Spielfilms durchgerechnet werden muss.

Die nicht endenden Innovationssprünge in der Chip-Technologie haben irgendwann den Wendepunkt heraufbeschworen, an dem umfassende Farbkorrekturen am Computer möglich wurde. Und wer hat sich dem ersten digitalen Farbrausch hingegeben? Ein Brüder-Gespann, das zwar alles zu Gold macht, was es anfasst, aber zuallerletzt für technische Innovationen bekannt ist: Joel und Ethan Coen haben ihrer Krimikomödie „O Brother, Where Art Thou?“ die erste vollständig digitale Farbkorrektur der Filmgeschichte angedeihen lassen – um den Film möglichst alt aussehen zu lassen. Gedreht wurde in grünen Sommerauen, danach ging der Film in das kalifornische Studio von Cinesite. Unter der Leitung von Pat Repola wurde der in den 1930er Jahren spielende Film in wohlig warmes Sepia getaucht – ein Effekt, der bis dahin nur dadurch erreicht worden war, dass Filmer ihr Zelluloid in speziellen chemischen Bädern behandeln ließen.

#5 Der Blick in die Sonne – und hinters Licht (1950)

Im Jahre 1950 veröffentlichte der japanische Regisseur Akira Kurosawa seinen 13. Spielfilm: „Rashomon“, eine bildpoetische Rückschau auf ein hinterhältiges Verbrechen. Der Film überwand in mehrerer Hinsicht Grenzen, die das Kino auf kaum zu überschätzende Weise veränderten.

Zunächst war da dieser ketzerische Wagemut: Kurosawa bzw. sein Kameramann Kazuo Miyagawa filmten in einer Einstellung direkt in die Sonne.

Sie taten was?
Sie taten etwas, das sich bis dahin kein Filmemacher je traute, so wie Seefahrer Angst vor fernen Reisen hatten, weil sie glaubten, die Erde wäre eine Scheibe (und sie könnten über die Kante ins Nichts schippern). Wer direkt in die Sonne filmt, zerstört seine Kamera und das Filmmaterial sowieso, das galt als gesichert, und keiner wagte, daran zu zweifeln. Bis zu diesem Film. Das Ergebnis: einige der atemberaubendsten Naturaufnahmen jener Zeit. Mit dem Wissen, wie viel Licht Kamera und Zelluloid tatsächlich aushielten, begann eine neue Ära der Lichtgestaltung im Kino.

Doch das war nicht Kurosawas einziger Geniestreich in diesem Werk. Ein anderer war eine psychologische Erzählstruktur, die bis heute zu den Grundpfeilern der filmischen Dramaturgie zählt: der Rashomon-Effekt erzeugt eine Atmosphäre des Mysteriösen, indem er verschiedene Leute eine jeweils voneinander abweichende Sicht auf ein und dasselbe Ereignis erzählen lässt. Im Verlauf des Films verliert der Zuschauer immer mehr den Glauben an seine eigene vermeintliche Objektivität, beginnt, seinen Augen zu misstrauen. Dahinter steht die philosophische Frage, ob es eine einzige, objektive Wahrheit überhaupt geben kann. Der Effekt ist auch in der Psychologie und der Justiz von Belang, steht nahe des Phänomens der selektiven Wahrnehmung. Wer sich an den Film „Reservoir Dogs“ erinnert, wird die Handschrift von Kurosawas Perspektivwechsel wiedererkennen.

Setzen wir noch zwei drauf: „Rashomon“ war der erste Film, in dem ausgiebig eine Handkamera zum Einsatz kam – eine Drehtechnik, die bis heute Aufsehen erregt (aber oft in nerviger Wackelei endet). Und bis heute hält sich das Gerücht, dass „Rashomon“ der Grund dafür war, dass die Academy 1957 einen regelmäßigen Oscar für den besten fremdsprachigen Film einführte (bis 1956 war das nur im Rahmen eines Ehrenoscars möglich, den „Rashomon“ 1952 auch erhielt). Ein Film von derart hoher Produktionsqualität und formvollendeter Erzählweise hat sogar das selbstgefällige Hollywood staunen und grübeln lassen. In Venedig gewann er 1951 als erster japanischer Film einen Golden Löwen. „Rashomon“ gilt heute als einer der 100 besten Filme aller Zeiten, seinen Schöpfer Kurosawa machte er zur Legende.

#4 Der erste digitale Spielfilm (1990)

… war selbstverständlich ein Animationsfilm. Bevor Computer zum Hauptwerkzeug der Animationsfilmer wurden, haben Trickzeichner noch jedes einzelne Bild von Hand gezeichnet, in der Regel also 24 Bilder pro Sekunde. Dabei ist nie das gesamte Bild neu gezeichnet und koloriert worden, sondern Hintergründe wurden beibehalten (oder nur geringfügig verändert), während auf den Vordergründen die Post abging. Computer haben diese Arbeit zunächst erleichtert und gleichzeitig die Gestaltungsmöglichkeiten extrem erhöht – Bewegungen wurden flüssiger, Oberflächen immer feiner und detailreicher (besonders gut ist der Fortschritt an bewegtem Haar und Fell erkennbar).

1990 war es so weit, dass der erste Animationsfilm vollständig am Rechner vollendet wurde – und wie so oft, war es kein Donnerschlag, an den sich heute noch einer erinnert: „Bernard und Bianca im Känguruhland“ hieß das liebenswerte Disney-Filmchen, ein ebenbürtiger zweiter Teil zu „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“ von 1977, der aber unglücklicherweise ein finanzieller Flop wurde (vor allem, weil er zeitgleich mit „Kevin allein zu Haus“ in die Kinos kam). Technisch gehörte das Mäuse-Abenteuer seinerzeit zu den aufwändigsten Disney-Produktionen überhaupt, kostete 38 Millionen Dollar. Die Vorlagen und Animationen waren noch traditionell gefertigt worden, doch die gesamte Koloration, die Effekte und die Zusammensetzung erfolgten mit dem Disney-eigenen CAPS (Computer Animation Production System), das übrigens von Pixar entwickelt wurde. 1992 erhielt das zehnköpfige CAPS-Team den Oscar für Wissenschaft und Entwicklung.

Mit CAPS wurden noch 16 weitere Langfilme produziert, darunter „Der König der Löwen“, bis es 2004 mit „Die Kühe sind los!“ in Rente ging. 3D-animierte Filme haben den traditionell geprägten Trickfilm abgelöst – und der erste, der von Anfang bis Ende komplett am Computer entworfen, gezeichnet und animiert wurde, war „Toy Story“ (1995), produziert vom damaligen Pixar-Eigentümer Steve Jobs. Der hatte das von George Lucas 1979 begründete Unternehmen, dessen Arbeit in der Entwicklung von Hochleistungsrechnern für Bewegtbildgrafik bestand, für lausige 5 Millionen Dollar gekauft. „Toy Story“ wurde ein gigantischer Erfolg – kurz bevor Pixar an die Börse ging. Die Aktien schossen in die Höhe, und Steve Jobs wurde zum Milliardär (der später den strauchelnden Apple-Konzern rettete). Man kann sagen: Ohne „Toy Story“ gäbe es Apple heute nicht mehr (oder nicht in dieser machtvollen Form).

#3 Der erste gleichgeschlechtliche Kuss (1971)

Schlimmer als das F-Wort konnte für die Benimmwächter der Kinozensur eigentlich nur noch der freiwillige Speichelaustausch unter Männern aus Gründen gegenseitiger Liebe sein, ja schlimmer noch als Pornographie! Doch die Wirklichkeit richtet sich nicht nach Moralaposteln, irgendwann musste er raus, der erste schwule Kuss. Und der kam 1971. Ihr findet das ganz schön spät? Gewiss; doch die Wahrheit ist, dass Homosexualität im Film bis in die 90er Jahre für Aufschreie von Bayern bis Franken und auch in anderen wertkonservativen Stammesgebieten sorgte. Und wie das Beispiel Russland täglich aufs Neue beweist, ist die Ächtung bis heute nicht ausgestanden. Insofern ist es ein unschätzbares Verdienst von John Schlesinger, dass er mit seinem Drama „Sunday Bloody Sunday“ endlich einen Bann brach: Manche Männer lieben und küssen sich – Punkt. Basierend auf seiner eigenen Affäre mit dem Schauspieler John Steiner entspann er eine Dreiecksgeschichte, bei der es zu einem unpathetischen, aber innigen Kuss zwischen den Schauspielern David Finch und Murray Head kam (letzterer war genau jener welcher, der 1984 den Welthit „One Night in Bangkok“ sang). Als es beim Dreh zu besagter Kussszene kam, waren Finch und Head die einzigen am Set, die nicht verstört waren. Finch sagte später in einem Interview: „I did it for England“. Doch das stimmt nicht. Er tat es für die ganze Welt.
Übrigens war David Finch nicht die Erstbesetzung. Sein Vorgänger Ian Bannen wurde nach Drehbeginn gefeuert, weil er aus Angst, der Kuss könnte seiner Karriere schaden, völlig unkonzentriert war.

(Anmerkung: Der in diesem Zusammenhang häufige Verweis auf einen ausgedehnten Männerkuss im Kriegsdrama „Wings“ von 1927 kann nicht gelten. Die beiden haben keine Beziehung oder Affäre miteinander, und zum Zeitpunkt des Kusses liegt einer der beiden im Sterben. Der Kuss ist eher ein Akt der Würde als einer von gleichgeschlechtlicher Liebe.)

#2 Die erste Rückblende (1909)

Jedes Kind ist heute vertraut mit einer der gängigsten Erzählformen des Kinos: der Rückblende. Mit ihr unterbricht ein Regisseur den Erzählfluss, indem er Bildsequenzen einstreut, die Erinnerungen an zurückliegende Ereignisse veranschaulichen. Alltägliches Filmhandwerk. Doch darauf musste erst mal jemand kommen. Und dieser Jemand hieß Siegmund Lubin, war Deutscher aus Breslau und emigrierte in den 1870er Jahren nach Amerika, wo er als Optiker arbeitete und zwischen 1897 und 1916 über dreitausend Kurzfilme produzierte. Als Regisseur war er nur fünfmal aktiv. Seine letzte Regiearbeit war 1909 „The Yiddisher Boy“. Darin hilft ein junger Mann einem Freund in Not mit seinen letzten Pennies aus. 25 Jahre später – der junge Mann ist nun wohlhabender Kaufmann – sucht der damalige Freund bei ihm Arbeit. Er erinnert sich – und gibt ihm einen Job. Die Erinnerungen in einer Rückblende zu verpacken, war vielleicht nur eine aus den Umständen entsprungene Idee, eine kurze clevere Eingebung. Aber es war ein Moment für die Ewigkeit.
Lubin, gebürtig Lubszynski, war überdies der erste jüdisch-amerikanische Filmemacher. „The Yiddisher Boy“ wird innerhalb der jüdischen Geschichte eher für den beispielhaften jüdischen Zusammenhalt unter widrigen Bedingungen gewürdigt, weniger für den filmischen Meilenstein, der ihm innewohnt.

#1 Die ersten Lolcats (1894)

Haha! Wer bis hierhin gelesen hat, wird sich wohl die abenteuerlichsten Vorstellungen gemacht haben, was denn hier wohl auf Platz eins landet. Aber darauf ist wohl kaum einer gekommen: Katzen.
Katzen, das wissen wir, regieren die Welt, haben die Menschheit unterworfen, und auch das Internet wurde nur zwecks ihrer Propaganda erfunden, die da besagt: Der Terror der Niedlichkeit kennt keine Grenzen und kein Pardon – fügt euch! Wer wie ich (und sicherlich auch ihr) den ganzen Tag über alberne Katzenvideos im Internet sieht (bevor abends das Heimkino angeworfen wird), der muss sich nicht bei irgend welchen Internet-Pionieren bedanken, die mit Katzenschabernack die erste und einzige Existenzberechtigung für YouTube erschaffen hätten. Nein, wir müssen uns bei Thomas Alva Edison bedanken. Der kam im Juli 1894, als er gerade mit seinem drei Jahre zuvor in seinen Labors erfundenen Kinetographen experimentierte, auf die glorreiche Idee, Katzen Boxhandschuhe überzuziehen, sie in einen Boxring zu stellen und aufzuzeichnen, wie sie sich gegenseitig ein paar vor den Latz geben. Ort des Geschehens war die Black Maria, das erste kommerzielle Filmstudio der Welt, in dem acht Jahre lang jene frühen, kaum eine Minute langen Filmaufnahmen produziert wurden, die Edison in seiner anderen Erfindung, den Kinetoskopen, vermarktete.

Seine „Boxing Cats“ sind jedoch leider nicht sehr laughing out loud. Wer glaubt, Edison war ein humorvoller Kerl, der dem Bild des kauzigen, aber liebenswerten Erfinders entsprach (Edison meldete im Laufe seines Lebens 1.093 Erfindungen zum Patent an), der irrt. Edison war ein beinharter Kapitalist und eiskalter Geschäftsmann. Sein niederträchtiger Katzenfilm ist zudem ein weiterer Beleg dafür, dass er ein ausgeprägter Sadist war, dem jedes Mittel recht war, um seine Ziele zu erreichen. Schlimmstes Beispiel: seine Erfindung aus dem Jahr 1888, der elektrische Stuhl. Er entstand aus seinem erbitterten Kampf um die Elektrifizierung der Gesellschaft – den er gegen George Westinghouse und Nikola Tesla zu verlieren drohte. Letztere wollten den Wechselstrom durchsetzen, Edison den Gleichstrom. Um eine Niederlage abzuwenden, versuchte er die Öffentlichkeit von der angeblichen Gefährlichkeit des Wechselstroms zu überzeugen – und grillte jede Menge unschuldiger Tiere auf einer Vorrichtung mit tödlichen Wechselspannungen, bis hin zu einem Elefanten. Auch seine boxing cats waren ihm reichlich schnuppe. Die Auszeichnung für den ersten Katzencontentprovider kann ihm dennoch keiner mehr nehmen.