Mission: Faules Ei

11 Facts zu Mission: Impossible 1-3 und ein Fehler

Rohe Ostern!

Aus „Mission Impossible“ hätte eine US-Version von James Bond werden können. Doch Tom Cruise, der nicht nur die Hauptfigur Ethan Hunt spielt, sondern auch als Produzent für die Reihe verantwortlich ist, hat sich für ein anderes Konzept entschieden. Funktionieren tut es trotzdem. Aus der „M:i“-Reihe, die Ende des Jahres ihre fünfte Folge feiern wird, habe ich mir 12 Überraschungsmomente ausgeguckt, die für Neulinge wie Kenner gleichermaßen interessant sind. Aber Achtung! Eine dieser 12 Hintergrundinfos enthält einen mächtigen Fehler. Finden Sie das faule Ei?

1. Mission Impossible war zwei TV-Serien

Schöpfer der Agentensaga „Mission Impossible“ war der Autor Bruce Geller. Sie startete als Fernsehserie, in Deutschland unter dem Namen „Kobra, übernehmen Sie“, und lief von 1966 bis 1973 (7 Staffeln, 194 Episoden). 1988 bis 1990 erlebte sie eine Fortsetzung von zwei Staffeln mit insgesamt 35 Episoden (in Deutschland umbenannt in „In geheimer Mission“). Hauptdarsteller in beiden Produktionen war Peter Graves. Er verkörperte jedoch nicht den Agenten Ethan Hunt, sondern den Leiter seiner Spezialeinheit, Jim Phelps – das Bindeglied zum ersten „M:i“-Spielfilm. Geller konnte den Kinoerfolg seiner Idee nie erleben. Er starb bereits 1978.

2. Zum Ärger der Serien-Fans

Das Skript zum Spielfilm sah vor, den langjährigen Star der Serie, Peter Graves, zu übernehmen. Graves lehnte die Rolle jedoch ab, weil er mit der Entwicklung ihres Charakters nicht einverstanden war. Er blieb nicht der einzige: Tom Cruises „Mission Impossible“ steckte, bei aller Qualität, herbe Kritik der Serien-Fans ein für den Umgang mit „ihrem“ Jim Phelps. Verständlich für jeden, der den Film kennt. Peter Graves’ Rolle des Jim Phelps wurde schließlich von Jon Voight übernommen.

3. Prag im Lichtzauber

Zwei Schlüsselszenen aus „Mission Impossible“ haben sich für immer ins Kino-Gedächtnis gebrannt: Tom Cruises (alias Ethan Hunts) mucksmäuschenstille Hänge-Operation im CIA-Hauptquartier; und Jean Reno (alias Krieger), wie er mit einem Helikopter einen TGV im Bahntunnel verfolgt. Die Aufnahmen zu der irrsinnigen Verfolgungsjagd fanden in Filmstudios statt und dauerten sechs Wochen. Dem wahren Kinoauge bleibt jedoch noch etwas anderes in Erinnerung: die zauberhafte Beleuchtung des Moldau-Ufers. Sie versetzte „Mission Impossible“ in die Grundstimmung eines Agententhrillers alter Schule und war freilich eine amerikanische Überromantisierung des Old Europe. Aber auch eine Meisterleistung des Beleuchterteams. Allein die Vorbereitung des Lichts nahm damals zwei Wochen in Anspruch, der Dreh weitere zwei Wochen.

4. Ein Agentenfilm ohne Ballerei

Frage: Wie viele Szenen im ersten Teil von „Mission Impossible“ gibt es, in denen Kontrahenten aufeinander schießen? Antwort: Keine einzige. Hätten Sie’s gedacht?

5. Münzen gegen Kopfweh

Die berühmteste Szene aller Mission-Impossible-Filme zeigt Tom Cruise von der Decke hängend und um Gleichgewicht ringend: Er muss waagerecht über dem Boden bleiben, um keinen Alarm auszulösen. Beim Dreh hat das lange nicht geklappt, Cruise ist mehrfach mit dem Kopf auf den Boden geschlagen. Bis er selbst auf die Idee kam, Münzen in die Schuhe zu stecken, bis das Gleichgewicht zwischen Kopf und Füßen hergestellt war. Hat halt doch schwer was in der Birne, der Meister Cruise.

6. Der Woo-Effekt

„M:i–2“ war eine Abkehr weg vom spannungsreichen Agenten-Drama klassischer Schule (wie es Regisseur Brian DePalma im ersten Teil gewohnt meisterhaft umsetzte) hin zum Martial-Arts-Kampftanzkino mit exzessiven Action-Szenen. Verantwortlich für den Spaß: der Chinese John Woo. „M:i–2“ ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber sowohl die realistischen wie auch die unrealistischen Szenen sind von großem Schau-Wert. Allerdings leidet der Film an einigen Handlungslöchern, ist oft nicht schlüssig. Der Grund: John Woos erste Fassung des Films war dreieinhalb Stunden (!) lang. Paramount Pictures zwang Woo, ihn auf zwei Stunden zu kürzen.

7. Stuntman Tom

Tom Cruise ist bekannt dafür, viele Stunts selbst zu übernehmen und Szenen echt nachzuspielen, bei denen dem Regisseur wohler wäre, wenn gemogelt würde. So sind die atemberaubenden Kletterbilder in der Eingangssequenz mit Cruise selbst in realer Höhe entstanden; immerhin war er mit Seilen gesichert (die dann retuschiert wurden). Und bei der Szene mit dem Messer, das kurz vor seinem Augapfel stoppt, bestand Cruise gegen jede Vernunft darauf, dass a) das Messer echt sein sollte (Nerd-Alert: es war ein Kershaw Amphibian) und b) auch nicht neben seinem Auge stoppt (obwohl es perspektivisch ebenso echt ausgesehen hätte). John Woo hat beim Drehen des Films wohl ebenso geschwitzt wie Cruise.

8. Wie hieß der Film noch mal?

Ach ja, „Mission Impossible“. Anthony Hopkins als Commander Swanbeck ist in „M:i–2“ die erste Figur der Reihe, die jemals den Begriff „Mission Impossible“ in den Mund nimmt – die gesamte Fernsehserie eingeschlossen. Gemessen an dieser besonderen Geste – und daran, dass es Anthony Hopkins ist – bleibt erstaunlich, dass Hopkins im Abspann nicht mal genannt wird.

9. Traumhaus am Meer

Das sensationelle Anwesen von Ethan Hunts Widersacher Sean Ambrose (Dougray Scott) an der Küste Sydneys ist der feuchte Traum jedes Architekten und Häuslebauers. Es ist die Privatvilla von Schauspieler Hugh Jackman („X-Men“), die er sich in seiner Geburtsstadt als Zweitwohnung leistet.

10. Breaking Bad

Dritter Teil, dritter Regisseur: In „M:i:III“ übernimmt J.J. Abrams das Ruder, ein Mann für Fantasy im Stile eines Steven Spielberg („Lost“, „Super 8“, „Star Wars Episode VII“). Tatsächlich ist der dritte Teil düsterer, schmutziger, apokalyptischer als die vorigen geraten, und das liegt nicht nur an der Frakturschrift auf dem Lieferwagen in den Berliner Szenen. Hauptursächlich ist das grandiose Spiel von Philip Seymour Hoffmann, der Hunts Widersacher Owen Davian verkörpert. Selten war eine kaltblütigere (weil glaubwürdige) Vorstellung eines Bösewichts zu sehen als hier. Serien-Junkies indes freuen sich über etwas anderes: Aaron Paul gibt in zwei Nebenszenen einen trotteligen Nichtsnutz, den er zwei Jahre später zur profitablen Vollendung bringen sollte – als Jesse Pinkman in „Breaking Bad“.

11. L. Ron Hubbard beim Papst?

Teile des Films spielen im Vatikan, und manch einer mag sich fragen: Ob Tom Cruise der erste Scientologe auf urkatholischstem Grund war? Nein, war er nicht. Die Vatikan-Szenen wurden außerhalb der vatikanischen Mauern in Rom gedreht und im Palast von Caserta bei Neapel.

12. Hat Ursula von der Leyen doch nicht recht?

„M:i:III“ ist zum Teil eine deutsche Produktion. Zwar sind namentlich keine deutschen Schauspieler mit von der Partie, dafür aber ein DHL-Paket-Lieferwagen (in Rom!) und eine aktuell in Verruf geratene Waffe, das Bundeswehr-Gewehr G36. Ethan Hunt muss es auf einer unter Beschuss stehenden Brücke selbst aus dem Köfferchen heraus zusammenbauen. Und immerhin holt er damit einen kleinen Kampfjet vom Himmel – bevor es recht schnell den Dienst versagt. Was ist also dran an Ursula von der Leyens Erklärung, das G36 habe Probleme mit der Präzision? Machen Sie sich selbst ein Bild. An Ostern auf Kabeleins CLASSICS.

Und wenn Sie glauben, Sie haben das faule Ei unter den 12 Infos gefunden, lassen Sie es uns wissen unter unserem Facebook-Post zu „Mission Impossible“. Die Auflösung folgt nach Ostern.

Ihnen allen ein friedliches Osterfest!

Mission Impossible I-III auf kabeleins CLASSICS
Ostersamstag, 4. April, 20:15 Uhr

Mission Impossible II auf kabeleins CLASSICS
Ostersamstag, 4. April, 22:00 Uhr

Mission Impossible III auf kabeleins CLASSICS
Ostersamstag, 4. April, 23:55 Uhr