Herzlichen Glückwunsch, Bruce "Bruno" Willis!

6 sonderbare Stationen der Actionlegende

Happy-ya-yeah, Grinsebacke! Unser liebster Hollywood-Held mit Familienvater-Gen und Einer-wie-wir-Aroma feiert am 19. März seinen 60. Geburtstag. Wir wühlen uns durch sechs Jahrzehnte Superbrucekarriere – und erinnern an sechs Phasen des Bruce Willis, für die er nicht berühmt ist.


#1. Bruce ist Pfälzer

Könnte zum Allgemeinwissen gehören, ist trotzdem nicht jedem bekannt: Walter Bruce Willis wurde in Deutschland geboren, in der rheinland-pfälzischen „Schmuck- und Edelsteinstadt“ Idar-Oberstein, nordöstlich von Kaiserslautern. Bruce‘ Mutter Marlene ist Deutsche aus der Nähe von Kassel und hat seinen Vater, den US-Soldaten David Willis, in Deutschland geheiratet. Sie bringt Bruce im zarten Alter von 19 in einer Militärbasis auf die Welt.


#2. Gemobbt in New Jersey, Stotternd in der High-School

Bereits 1956 zieht Familie Willis in die USA, in eine Kleinstadt in New Jersey. Damit beginnt für Bruce eine harte Zeit. Deutsche sind in der Bevölkerung wenig akzeptiert, und sobald Mitschüler erfahren, dass seine Mutter Deutsche ist, wird er gemobbt. Auch ein „Nazi go home!“ findet sich dann und wann auf der Haustür der Willis‘ wieder. Unter dem Druck von Hänselei und Brandmarkung fängt „Bruno“, wie er von allen genannt wird, mit acht Jahren zu stottern an. Und das wird immer schlimmer, oft bringt er nicht einmal mehr seinen Namen hervor. Der Ausweg: Theatergruppen in der High-School. Das Sprechen auf Bühnen hilft ihm, das Stottern zu überwinden. Sein Glück: Er hat ein natürliches Talent, andere zum Lachen zu bringen – der Klassenclown ist seine erste Hauptrolle. Nebenbei repariert er Rasenmähermotoren.


#3. Lieber langsam sterben – Bruce will es

Nach der Schule beginnt Bruce Willis in einer Chemiefabrik zu arbeiten, um sich Schauspielunterricht am Montclair State College leisten zu können. Als ein Arbeiter bei einer Explosion vor seinen Augen in Stücke gerissen wird, schmeißt er hin und will Ernst machen mit der Schauspielerei. Was für ihn bedeutet: Sich lieber in New York auf kleinen Bühnen den Arsch wund spielen als in Hollywood auf großen Partys den Arsch hinhalten (oder andere Körperteile mit Charme). Die Strategie geht fürs Erste auf: Wenn er sich nicht gerade mit Barkeeper-Jobs in New York über Wasser hält oder am Schauspielunterricht teilnimmt, geht er zu einem Theater-Vorsprechen nach dem anderen. 1977 gelingt das erste Engagement an einer Off-Bühne im Stück „Heaven and Earth“. Es ist zugleich der Moment, an dem er den Unterricht an den Nagel hängt.


#4. Die unwahrscheinliche Filmkarriere

1980 folgt seine erste kleine Rolle in einem Film: in „Die erste Todsünde“ mit Frank Sinatra. Es ist eine Komparsenrolle und er wird nicht mal im Abspann genannt. 1982 die erste richtige Rolle, an der Seite von Paul Newman und Charlotte Rampling in „The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“. Der Streifen gehört bis heute zu seinen zehn besten Filmen (Bruce Willis ist derzeit in 88 Spielfilmen als Schauspieler beteiligt, Fernsehfilme und -serien nicht mitgerechnet). 1985 zieht er das große Los – als Hauptdarsteller der Detektivserie „Das Model und der Schnüffler“. Ein Zufall der Beharrlichkeit: Willis spricht für eine Rolle in Madonnas Filmmurks „Susan … verzweifelt gesucht“ vor und wird abgelehnt. Da er aber schon mal in Hollywood ist, hängt er einen Tag dran und stellt sich für die romantische Komödie „Moonlighting“ vor (dem späteren „Das Model und der Schnüffler“). Sein Auftritt begeistert die Studiobosse, Bruce setzt sich gegen 3.000 Konkurrenten durch. Hochverdient. 1987 gewinnt er mit dieser Rolle seine bis heute höchste Auszeichnung, den Golden Globe als Bester Serien-Darsteller. Es folgt noch eine romantische Komödie an der Seite von Kim Basinger („Blind Date“, 1987), bevor er im vierten Spielfilm die Rolle seines Lebens spielt: John McClane, der ehrbare harte Knochen, der barfüßig in Feinripp eine Schwerstverbrecherbande zur Verzweiflung treibt. Bruce Willis selbst verzweifelt daran auch ein wenig: Immer wieder spielt er fortan gegen sein Image als Action-Held an, mal als Komödiant, mal als Sensibelchen. Doch sein Steckenpferd bleiben die Action-Haudegen mit sarkastischem Humor. Aus einem sehr einfachen Grund: Keiner spielt die so gut wie Bruno-Bruce.


#5. “Wenn es dich nicht tötet, macht es dich stärker”

Ich selbst habe Bruce Willis 1989 zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Aber nicht als Schauspieler. Damals erschien sein zweites (und bis heute letztes) Album als Solo-Musiker, „If It Don’t Kill You, It Just Makes You Stronger“. Der Chef des Plattenladens, in dem ich jobbte, liebte diese Platte. Er spielte sie fünf Mal am Tag, wochenlang. Und sie war wirklich außerordentlich gut, auch wenn ich damals wenig übrig hatte für stilvolle Soul-Blues-Rock-Singer/Songwriter-Musik. In den USA errang sie übrigens Platin-Status (über 1 Million verkaufte Alben), wie auch Willis’ erstes Album – „The Return Of Bruno“ (1987).


#6. Scheinmitglied bei Planet Terror

Zum Schluss Nachrichten aus der Wirtschaft: Bruce Willis gilt als Mitgründer der Restaurantkette „Planet Hollywood“. Tatsächlich gehörte er zu einer Gruppe Hollywoodgrößen (zusammen mit Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Whoopi Goldberg und Demi Moore), die vom eigentlichen Eigentümer (Robert Earl, Ex-Manager der Hard-Rock-Café-Kette) zu Miteigentümern gemacht wurden – aus PR-Gründen. Auf ihrem Höhepunkt ging diese „Eatertainment“-Kette an die Börse und besaß 95 Filialen in 31 Staaten, auch in Berlin, München und Oberhausen. Noch im selben Jahr wurde sie aber von Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe überrollt, so dass die Kette Insolvenz anmelden musste. Nach weltweiten Umstrukturierungen und Eigentumswechseln gibt es heute noch 8 Filialen, darunter eine in Duisburg. Sie meldete vergangenen Oktober Insolvenz an.
Ich bin sicher: John McClane wäre das nicht passiert. Er hätte eine Schale Walderdbeeren in abgeschiedener Umgebung jederzeit diesem Fast-Food-&-Celebrity-Terror vorgezogen – und Bruce Willis wird es wohl auch für den Rest seines Lebens wohl auch so halten.


Bruce Willis auf kabel eins CLASSICS

12 Monkeys
Donnerstag, 19. März, 20:15 Uhr
Science-Fiction, USA 1995, R: Terry Gilliam, D: BW, Madeleine Stowe, Brad Pitt

Blind Date – Verabredung mit einer Unbekannten
Donnerstag, 19. März, 22:20 Uhr
Komödie, USA 1987, R: Blake Edwards, D: BW, Kim Basinger

Stirb langsam
Donnerstag, 20. März, 20:15 Uhr
Action, USA 1988, R: John McTiernan, D: BW, Alan Rickman

Stirb langsam 2
Donnerstag, 20. März, 22:20 Uhr
Action, USA 1990, R: Renny Harlin, D: BW, Bonnie Bedelia, William Atherton


Willis’ Beste

Filme

Stirb Langsam (1988)
Pulp Fiction (1994)
12 Monkeys (1995)
Sixth Sense (1999)
Sin City (2005)
Lucky Number Slevin (2006)
Moonrise Kingdom (2012)

Alben

If It Don’t Kill You, It Just Makes You Stronger (1989)