Diese 11 Filme sorgten für richtig Rummel bei den Oscars

Kabel eins CLASSICS zeigt große Klassiker zur Academy-Award-Verleihung

Kabel eins CLASSICS zeigt am Tag der Oscar-Verleihung 11 Filme, die für richtig Rummel sorgten in der Geschichte der höchsten Ehrung der Kinowelt – ein Filmfest zum Gipfel aller Filmfeste.

Ultrafette Show um ultradürre Goldbübchen, das ist Hollywood. Einfach geschenkt wird einem da nichts: Wer die Verleihung der 25 Oscars von Beginn bis Ende verfolgen will, muss einige Stunden investieren und dabei lächeln können. Kann aber nicht jeder, will auch nicht jeder. Nur in einem sind sich Filmfreunde einig: Die Academy Awards, wie die Oscars offiziell heißen, sind die bedeutendsten Filmpreise der Welt.

Statt jedoch am Bildschirm einer Party beizuwohnen, zu der man nicht eingeladen ist und die nur richtig kickt, wenn man selbst im Parkett sitzt, rate ich zu einer krasseren und viel ergiebigeren Alternative: den Filmfeiertag nutzen und einmal im Jahr ein 24-Stunden-Couch-Dauerprogramm zu Ehren der Traumfabrik abfeiern. Binge movieing! Du und wie viele Deiner Freunde machen mit? Wer schaut am längsten? Seid Ihr zu müd, liegt’s nicht am Programm: kabel eins CLASSICS zeigt einmal rund um die Uhr handverlesene Klassiker, die mit Oscars oder Nominierungen überschüttet wurden.

Allen, die keine 24 Stunden durchhalten, habe ich eine Prioritätenliste angefertigt, nach der sich der ein oder andere Film aus dem Stundenplan streichen lässt – aber nur wenn es auch wirklich sein muss. Je weiter unten in der Liste, desto: müsst Ihr gesehen haben.
Ich schau sie alle.

#11 Funny Lady (1975) – Sonntag, 22. Februar, 20:15h

Wer? Regie: Herbert Ross. Hauptdarsteller: Babra Streisand, James Caan, Omar Sharif
Was? Musical. Fortsetzung von „Funny Girl“ (1968), das Barbra Streisand als jüdische Entertainerin Fanny Brice zum Weltstar machte. Erzählt ihre stürmische Beziehung zum Showstar Billy Rose in den 1930ern.
Wie viel? 5 Oscar-Nominierungen
Warum? Barbra Streisand sieht sensationell aus. Barbra Streisand spielt sensationell.
Zitat für die Ewigkeit: „If we hate the same people and you get your suit cleaned, it’s a match.“
Fun Fact: Nach dem Dreh der Flugszene musste das Flugzeug wegen Problemen im Kontrollzentrum eine halbe Stunde in der Luft kreisen. Barbra Streisand schrie vor Angst wie am Spieß – ununterbrochen.

#10 Sie möchten Giganten sein (1970) – 13:50 Uhr

Wer? Regie: Paul Newman. Hauptdarsteller: Paul Newman, Henry Fonda, Lee Remick
Was? Familientragödie. Ein Holzfällerclan ignoriert Gewerkschaftsbeschlüsse und sägt so den Ast ab, auf dem er sitzt.
Wie viel? 2 Oscar-Nominierungen
Warum?Jeder liebt es, Sturköpfen beim Scheitern zuzusehen. Paul Newmans zweiter Film als Regisseur ist zudem ein meisterhaft besetztes Drama, das einen 600-Seiten-Roman so effizient umsetzt wie Ronaldo ein Tor schießt.
Zitat für die Ewigkeit: „Where did you get all that hair?“ – „It grows.“
Fun Fact: Der allererste Film, den HBO ausstrahlte (1972), jener TV-Kanal, der später mit Serien berühmt wurde („Die Sopranos“).
Weitere Infos zum Film

#9 Schicksalsmelodie (1957) – 10:00 Uhr

Wer? Regie: Charles Vidor. Hauptdarsteller: Frank Sinatra, Mitzi Gaynor, Jeanne Crain, Eddie Albert
Was? Biopic und Drama-Musical. Sinatra gibt den Nachtclubsänger Joe E. Lewis im Chicago der 1920er Jahre.
Wie viel? 1 Oscar für die beste Musik – Original Song „All The Way“
Warum? Eine blendende Karriere, bis Joe einmal Nein sagt. Leider zu Al Capone. Merke: Zu guten Mafia-Filmen sagt keiner Nein! Sinatra war selten besser als in diesem Film. Und er war nie schwerer zu fassen.
Zitat für die Ewigkeit: „Las Vegas is the only place I know where money really talks—it says ‘Goodbye’“.
Fun Fact: Entgegen damaliger Regeln setzte Sinatra durch, dass erst nachmittags mit den Dreharbeiten begonnen wurde. Und dass er Gesangsszenen live sang statt lippensynchron zu Studioaufnahmen.

#8 Der Strohmann (1976) – 03:00 Uhr

Wer? Regie: Martin Ritt. Hauptdarsteller: Woody Allen, Zero Mostel, Herschel Bernardi
Was? Politsatire. Woody Allen spielt einen Kassierer, der zum Drehbuch-„Autor“ wird – als Strohmann für die wahren Autoren, die in der McCarthy-Ära als Kommunisten verfolgt werden. Der Größenwahn wartet nicht lange.
Wie viel? 1 Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch
Warum? Mit der beste Film über die lächerliche Kommunisten-Paranoia der USA in den frühen 1950er Jahren. Tragisch und komisch zugleich und voller brillantem Wortwitz.
Zitat für die Ewigkeit: „This friend of yours, Alfred Miller …“ – „We went to school together.“ – „And you had no idea that he was a Communist?“ – „He was only 12“.
Fun Fact: Der Film erschien genau ein Jahr nach Auflösung des HUAC, McCarthys Komitee gegen „Unamerikanische Aktivitäten“.

#7 Königin für tausend Tage (1969) – 05:20 Uhr

Wer? Regie: Charles Jarrott. Hauptdarsteller: Richard Burton, Geneviève Bujold, Irene Papas
Was? Historiendrama aus dem Tudor-Haus über die zweite Frau von Heinrich VIII., König von England.
Wie viel? 1 Oscar (Bestes Kostüm) + 9 weitere Oscar-Nominierungen
Warum? Die Faszination eines notgeilen Königs, der sechsmal verheiratet war und zwei Ehefrauen köpfen ließ, reißt bis heute nicht ab. Jarrotts Monumentalfilm ist das Maß, an dem sich viele Tudor- und Boleyn-Filme noch immer messen müssen.
Zitat für die Ewigkeit: „I never married Katherine — England married Spain!“
Fun Fact: Vor dem Dreh der letzten Filmszene sagte eine aufgebrachte Geneviève Bujold zum Regisseur: „I’m going to give that bitch an acting lesson she’ll never forget!“ Gemeint war Liz Taylor, Ehefrau von Drehpartner Richard Burton. Sie erschien am Drehort, weil sie eine Affäre zwischen ihrem Mann und Bujold fürchtete.

#6 Der Schakal (1973) – 00:40 Uhr

Wer? Regie: Fred Zinnemann. Hauptdarsteller: Edward Fox, Terence Alexander, Michel Auclair
Was? Agententhriller. Ein unkontrollierbarer Top-Agent soll den französischen Präsident Charles de Gaulle ermorden.
Wie viel? 1 Oscar-Nominierung für den besten Filmschnitt
Warum? Wenige Agententhriller halten den Zuschauer so lange in Spannung, obwohl das Ende bekannt ist und kaum Action passiert. Dank eines minutiösen, abwechselnden Blicks auf das Vorgehen von Agent versus Geheimdienst gelang Zinnemann einer intensivsten Thriller des Genres. Auch die späteren Bourne-Filme tragen Züge dieser nüchternen Präzision.
Zitat für die Ewigkeit: „I don’t think I’ve ever heard of a political killer in this country. It’s not our style, is it?“
Fun Fact: Für die Rolle des Schakals waren zunächst Robert Redford, Michael Caine, Jack Nicholson und Roger Moore im Gespräch. Bis Zinnemann entschied: Es muss ein nahezu unbekannter Schauspieler sein. Es machte Edward Fox als anonymen Killer um so faszinierender.
Weitere Infos zum Film

#5 Der Dialog (1974) – 18:25 Uhr

Wer? Regie: Francis Ford Coppola. Hauptdarsteller: Gene Hackman, John Cazale, Allen Garfield
Was? Psychothriller. Ein einsamer Abhörspezialist (Gene Hackman) kommt zur Überzeugung, dass seine Arbeit zur Vorbereitung eines Mordes verwendet werden soll.
Wie viel? 3 Oscar-Nominierungen – Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Ton
Warum? Mit „Der Pate“ hat Coppola den wohl besten Film aller Zeiten gedreht. Es war eine Auftragsarbeit. Danach konnte er endlich sein erstes eigenes Skript von 1966 realisieren: „Der Dialog“ ist eine Psycho-Studie mit atemberaubender Kameraführung – beklemmend eindringlich und hochaktuell angesichts dem baldigen Ende unserer aller Privatsphäre.
Zitat für die Ewigkeit: „I’m not afraid of death, but I am afraid of murder.“
Fun Fact: Sowohl Coppola als auch Hackman haben „Der Dialog“ zu ihrem bis heute liebsten Film erklärt.

#4 Kaltblütig (1967) – 22:30 Uhr

Wer? Regie: Richard Brooks. Hauptdarsteller: Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe
Was? Crime-Thriller nach einer wahren Begebenheit. Zwei Kleinkriminelle löschen für 43 Dollar eine Familie aus. Schriftsteller Truman Capote interviewte sie, bevor sie 1965 hingerichtet wurden.
Wie viel? 4 Oscar-Nominierungen – Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Musik
Warum? Truman Capotes Geniestreich, im Gespräch mit zwei zum Tode Verurteilten der Banalität des Tötens auf die Spur zu kommen, findet hier eine ebenso geniale Umsetzung in einer der besten Doku-Stil-Verfilmungen der Kinogeschichte. Eine filmhandwerkliche Lehrstunde, die langsam unter die Gänsehaut kriecht.
Zitat für die Ewigkeit: „I’d like to apologize, but … who to?“
Fun Fact: Der erste (Hollywood-) Film, in dem das Wort „Bullshit“ verwendet wurde.

#3 Das süße Leben (1960) – 15:35 Uhr

Wer? Regie: Federico Fellini, Hauptdarsteller: Marcello Mastroianni, Anita Ekberg, Anouk Aimée
Was? Gesellschaftsstudie. Ein Boulevard-Reporter ist angewidert von der Oberflächlichkeit von Roms Schickeria. Und somit auch von sich selbst, weil er längst Teil von ihr ist.
Wie viel? 1 Oscar (Bestes Kostüm) + 3 weitere Oscar-Nominierungen (Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bestes Szenenbild)
Warum? 55 Jahre nach seinem Erscheinen aktueller denn je. Denn Rom liegt inzwischen überall. Fellinis Klassiker ist in seiner surrealen Bildersprache ein Augenschmaus, in seiner Kritik so visionär wie aussichtslos (man muss nur mal einen Blick auf Kim Kardashian werfen). Schon allein der Kurzauftritt der deutschen Sängerin Nico ist das Einschalten wert.
Zitat für die Ewigkeit: „We must get beyond passions, like a great work of art. In such miraculous harmony. We should love each other outside of time … detached“.
Fun Fact: In Spanien durfte der Film erstmals 1981 gezeigt werden. Bis dahin war er wegen seiner schlechten Moral zensiert.
Weitere Infos zum Film

#2 Boulevard der Dämmerung (1950) – 15:35 Uhr

Wer? Regie: Billy Wilder. Hauptdarsteller: William Holden, Gloria Swanson, Erich von Stroheim
Was? Drama über die Albtraumfabrik Hollywood. Eine Diva aus der Stummfilmzeit sucht ihren Anschlusserfolg in der Tonfilmära und verfällt darüber dem Wahnsinn.
Wie viel? 3 Oscars (Bestes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Musik) + 8 weitere Oscar-Nominierungen
Warum? Ein Schlüsselwerk über Eitelkeit von Stars und den tragischen Folgen verzerrter Selbstwahrnehmung. „Boulevard der Dämmerung“ gehört zu den 50 besten Werken der Filmgeschichte und ist ein grandioses Vermächtnis, aus dem viele Hollywood- und andere Größen bis heute nichts gelernt haben – oder es einfach nicht (mehr) können.
Zitat für die Ewigkeit: „The stars are ageless, aren’t they?“
Fun Fact: Aus Angst, die düstere Abrechnung mit der Filmindustrie könnte Hollywood provozieren und den Autoren Nachteile bescheren, trug der Film während seiner Produktion den Titel „A Can of Beans“ (Eine Dose Bohnen).
Weitere Infos zum Film

#1 Forrest Gump (1994) – 07:45 Uhr

Wer? Regie: Robert Zemeckis. Hauptdarsteller: Tom Hanks, Robin Wright, Gary Sinise
Was? Tragikomödie. Tom Hanks spielt den geistig unterbemittelten, aber hochintelligenten Durchschnittskerl Forrest Gump, der sich um fast nichts einen Kopf macht und zufällig bei vielen historischen Momenten der amerikanischen Geschichte anwesend ist oder sogar seine Finger im Spiel hat.
Wie viel? 6 Oscars (Bester Film, Beste Hauptrolle, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste visuelle Effekte) + 7 weitere Oscar-Nominierungen
Warum? Wer eine der rührendsten Geschichten mit einer der besten Schauspielleistungen aller Zeiten noch immer nicht gesehen hat, sollte das nicht mehr auf die lange Bank schieben. Und wer ihn schon lange nicht mehr gesehen hat, ebenfalls nicht. Forrest Gump ist die bis heute populärste Film-Interpretation der Figur Walter Mitty, die 1939 vom Publizisten James Thurber erfunden wurde und zu einem klassischen Typus der literarischen Moderne heranwuchs: dem des unwahrscheinlichen Helden, dem dank seiner Naivität Großes gelingt.
Zitat für die Ewigkeit: „Do you ever dream, Forrest, about who you’re gonna be?“ – „Who I’m gonna be?“ – „Yeah“. – „Aren’t-aren’t I going to be me?“
Fun Fact: In einer der beliebtesten Szenen sagt Gump: „Leutnant Dan schrieb mir, wir müssten uns ab jetzt keine Sorgen mehr machen, da er unser Geld in irgendwas mit Obst investiert habe“. Gemeint war ein Investment in Apple-Aktien – was damals ein eher schlechter Scherz war, weil Apple kurz vor der Insolvenz stand. Heute wäre ein damaliges Investment von 100.000 Dollar locker 7 Milliarden wert.
Weitere Infos zum Film